Ritter Sport So gelang der "Äffle & Pferdle"-Coup

Mittwoch, 13. April 2016
Mit der Sorte "Hafer- und Bananenblues" landete Ritter Sport einen Viral-Hit
Mit der Sorte "Hafer- und Bananenblues" landete Ritter Sport einen Viral-Hit
Foto: Ritter Sport Blog
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Ritter Sport Oliver Braun Elbkind Crowdsourcing


Mit einer "Äffle & Pferdle"-Sonderedition sorgt Ritter Sport dieser Tage für Furore im Netz. Das schwäbische Traditionsunternehmen setzt bei seiner Kommunikation mit den Verbrauchern auf direkte und interaktive Elemente und hat nun sogar einen eigentlich aberwitzigen Produktvorschlag in die Tat umgesetzt. Group Product Manager Oliver Braun erklärt bei HORIZONT Online, wie es dazu gekommen ist und welche Bedeutung die User-Kommunikation bei Ritter Sport hat.
Herr Braun, wann und wie ist bei Ihnen die Entscheidung gefallen, den Kundenwunsch nach einer "Äffle & Pferdle"-Edition in die Tat umzusetzen? Die finale Entscheidung ist erst Ende Februar 2016 gefallen. Allerdings beschäftigen wir uns schon seit Sommer mit dem Thema 'Äffle & Pferdle-Edition' und der Umsetzung. Wichtig war für uns, die Produktidee mit dem höchsten Ritter-Sport-Anspruch hinsichtlich Qualität, Zutaten und Geschmack umzusetzen. Also hat unsere Forschung- und Entwicklungsabteilung einige Zeit 'getüftelt' und es gab viele Abstimmungs- und Verkostungsrunden. Wir wussten, dass die Umsetzung des Bananengeschmacks sehr schwierig ist und haben hier eine sehr gute Lösung gefunden auf natürlicher Basis mit Bananenpulver in der Schokoladenmasse und Bananenstückchen. Parallel haben wir es möglich gemacht, 100-Gramm-Tafeln in einer für uns sehr kleinen Auflage auf unserer Produktionsanlage zu produzieren.
Ritter Sport Der Hafer- und Bananenblues
Bild: Ritter Sport

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Wie ist die Resonanz aus dem Norden? Und wie schwierig war es, Nicht-Süddeutschen die Aktion verständlich zu machen? Ihre Social-Media-Agentur Elbkind etwa sitzt in Hamburg. Es war schwierig und wird wahrscheinlich schwierig bleiben. Aktuell haben wir auch noch zu wenig Feedback von 'Nicht-Süddeutschen'. Unsere Zielgruppe sind von Anfang an die circa acht Millionen Süddeutschen bzw. Schwaben. Wir haben auch im Unternehmen 'Nicht-Süddeutsche', die man emotional weniger begeistern konnte als die 'Äffle & Pferdle'-Kenner. Bei den Agenturen war es ähnlich. Bei Elbkind kannten das Thema nur wenige Mitarbeiter, mittlerweile kennen es alle.
Oliver Braun, Group Product Manager (rechts), mit Marketing-Chef Jürgen Herrmann, Vermarktungsgeschäftsführer Thomas Mönkemöller und Michael Grupp, Leiter Key-Account-Management (v.l.)
Oliver Braun, Group Product Manager (rechts), mit Marketing-Chef Jürgen Herrmann, Vermarktungsgeschäftsführer Thomas Mönkemöller und Michael Grupp, Leiter Key-Account-Management (v.l.) (Bild: Ritter Sport)
Der Produktvorschlag kam direkt von den Usern. Wie wichtig ist Ritter Sport die Kommunikation mit den Kunden? Die interaktive und direkte Kommunikation ist für uns sehr wichtig. Startpunkt war für uns die Kampagne 'Comeback der Ritter Sport Olympia' im Jahr 2009. Hier haben wir mit Social Media, viralem Marketing angefangen und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. 2011 hatten wir die erste große Crowdsourcing-Aktion mit der 'Blog Schokolade'. Und seit einigen Jahren können unsere Fans und User aktiv mitbestimmen, welche Plakatmotive an den Ritter Sport Bahnhöfen aushängen. Wir wollen diesen Weg weitergehen und sehen in der Zukunft weiter große Chancen für unsere Marke. Wir wollen Anziehungskraft ausüben und Menschen einbeziehen. Wir freuen uns über Dialog mit dem Verbraucher, kommunizieren auf Augenhöhe und wünschen uns ehrliches Feedback zu Ritter Sport und Produkten, um dieses zu nutzen und besser zu werden. Welche Rolle haben digitale Kanäle bzw. Social Media denn insgesamt im Media-Mix von Ritter Sport? Social Media spielt bei uns eine wichtige Rolle und ist fest im Media-Mix verankert. Das Crowdsourcing über unsere 'Sortenkreation' wird weiterlaufen und gibt uns wichtigen Input zu Sortenideen und Zutaten. So sind einige Vorschläge beispielsweise in der Entwicklung zu Sommersorten 2017/18.

Interview: fam
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