Ritter Sport Der geniale Schachzug mit der "Äffle & Pferdle"-Edition

Donnerstag, 07. April 2016
Ritter Sport Hafer- und Bananenblues ist für limitierte Zeit erhältlich
Ritter Sport Hafer- und Bananenblues ist für limitierte Zeit erhältlich
Foto: Ritter Sport
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Bei Menschen, die mit dem ARD-Programm im Südwesten der Republik groß geworden sind, genießen "Äffle und Pferdle" Kultstatus. Seit 1960 setzt Das Erste die beiden schwäbelnden Zeichentrickfiguren im SWR-Gebiet als Werbetrenner zwischen den Spots ein. Mit Ritter Sport zeigt nun eine andere schwäbische Traditionsmarke, wie man auf Kundenwünsche im Netz reagiert und gleichzeitig clevere Reklame in eigener Sache macht - und führt die Äffle & Pferdle Edition "Hafer + Banane" ein.
Hintergrund: Auf der Website von Ritter Sport können sich Kunden neue Markenkreationen wünschen, aktuell werden dort etwa Sorten wie "Rhabarberbarbara", "Pflaumencrumble" und "Griechischer Sommer" vorgeschlagen. Die User wählen dann unverbindlich ihre Favoriten. So viel Feedback wie die vor einem Jahr eingereichte Sorte "Hafer- und Bananenblues" gab es aber noch für keinen Vorschlag: Stand Anfang April sind es über Likes. Die Kreation spielt auf einen musikalischen Dauerbrenner der 1970er Jahre an, damals landeten die Zeichentrickfiguren "Äffle und Pferdle" mit ihrem "Hafer- und Bananeblues" sogar in den Charts.
Und die Fans des Titels sind zahlreich: Schon 2012 geisterte das Bild einer Fake-Sorte durchs Netz, aber erst im vergangenen Jahr machten die "Äffle und Pferdle"-Anhänger ernst und pushten den von einer Userin eingereichten Vorschlag. Ritter Sport mit Sitz in Waldenbuch bei Stuttgart gestaltete daraufhin zunächst einen "offiziellen" Produktfake und veröffentlichte ihn auf Facebook - auf Schwäbisch und auf Hochdeutsch. Gleichzeitig arbeitete die Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf Hochtouren und setzte die Sorte nun tatsächlich in die Tat um. Das Feedback der Verbraucher ist, gelinde gesagt, überwältigend.

Die Schwoba wünschet sich ihren Äffle & Pferdle Schogglad! Au wenn´s die Sorte no net gibt, hän mir da oifach scho a mal...

Posted by Ritter Sport Deutschland on Wednesday, May 27, 2015
Der Fall ist ein Beispiel dafür, wie Werbungtreibende die Interaktion mit den Kunden nicht nur zur Krisen- und Servicekommunikation nutzen können, sondern tatsächlich auch für die Fortentwicklung der Marke. Sowohl aus Produkt- als auch aus Image-Gesichtspunkten sammelt Ritter Sport hier viele Pluspunkte. In der Vergangenheit hat der Schokoladenhersteller im Netz nicht immer nur positives Feedback bekommen - siehe vor allem die vor Gericht geführte Debatte mit der Stiftung Warentest um eine angebliche werbliche Irreführung.

Nun zeigt Ritter Sport, dass es als Unternehmen die Kunden nicht nur wahr-, sondern auch ernst nimmt. Bezahlte Werbung braucht es wegen der enormen Interaktion der Fans in Social Media wohl ebenfalls nicht. Erhältlich sein soll die Special Edition in Kürze im Flagshipstore in Berlin, beim Fabrikverkauf am Firmensitz sowie im Webshop. Verantwortlich für die Crowdsourcing-Plattform ist die Agentur Elbkind in Hamburg. fam
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