Retail Media Otto Group Media fordert Facebook beim Mobile Advertising heraus

Donnerstag, 11. Februar 2016
Torsten Ahlers, CEO Otto Media Group
Torsten Ahlers, CEO Otto Media Group
Foto: Otto Group
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Die Otto-Gruppe stellt ab sofort das Smartphone in den Mittelpunkt ihrer Unternehmensstrategie, und das bleibt nicht ohne Folgen für die Werbetochter: Zur Dmexco 2016 will Otto Group Media sein eigenes Vermarktungsmodell für Mobile Advertising präsentieren. Damit könnte dem aktuell unangefochtenen Marktführer Facebook hierzulande erstmals ein ernsthafter Wettbewerber entstehen. Denn ähnlich wie der Social-Media-Riese kann auch Otto Group Media über die Log-In-Daten der vermarkteten E-Commerce-Sites eine Cross-Device-Reichweitenmessung bieten.
Bis sich das Angebot allerdings konkret im Ranking der digitalen Werbeumsätze niederschlägt, wird noch einige Zeit vergehen, sagt CEO Torsten Ahlers: "Nach wie vor befindet sich die Otto Group Media in der Aufbauphase und setzt vorwiegend noch Marketingkampagnen für die meisten Otto Group Konzerngesellschaften um. Dennoch ist das Feedback am Markt sehr positiv: Kunden kommen proaktiv auf uns zu. Ich gehe davon aus, dass wir in ein bis zwei Jahren im Ranking der Top-10-Vermarkter erscheinen werden.“ Derzeit kann Ahlers zwar erst auf 32 abgeschlossene Kampagnen verweisen, doch interessanterweise könnte das Werbegeschäft auch ohne größere gebuchte Werbevolumina für Otto attraktiv sein. Denn je mehr Transaktionsdaten der Otto Group in die Mediaplanung einfließen, desto wertiger ist das Profil und desto höher fällt auch der TKP aus. Damit liegt die Rendite für die als Werbefläche vermarkteten Shops derzeit bei deutlich über 50 Prozent.
„Ich gehe davon aus, dass wir in ein bis zwei Jahren im Ranking der Top-10-Vermarkter erscheinen werden.“
Torsten Ahlers
Dabei wäre noch gar nicht eingerechnet, dass sich Otto Group Media auch als Targeting-Dienstleister für andere Vermarkter etablieren will. Speziell bei auf Frauen ausgerichteten Kampagnen verspricht die Otto-Tochter eine deutlich höhere Zielgruppengenauigkeit bei der Kampagnenplanung. Findet dieser Service auch außerhalb der Vermarktungsallianz mit Axel Springers Media Impact weitere Fans, hätte die künftige Zalando-Tochter Nugg.ad eine gefährliche Konurrenz.

Bei der Vermarktung auf den eigenen Plattformen dürften sich Otto und Zalando, trotz ihrer ähnlichen Geschäftmodelle, weniger in die Quere kommen als vermutet. Denn Otto Group Media ist durch seine 7,2 Millionen Unique User bei den Frauen von 30 bis 49 Jahren besonders attraktiv für die FMCG-Branche, die junge Mütter erreichen will. Zalando dürfte dagegen mit der Jugendlichkeit und der besonders hohen Lifestyle-Affinität seiner Unique User bei den Werbekunden punkten.

Doch Zalando ist Otto in einem speziell für die Mobile Vermarktung entscheidenden Punkt voraus. Während der Berliner Modehändler demnächst seinen Newsfeed überarbeitet und über funktionierende Native-Ads-Formate verfügt, feilt man in Hamburg noch an einem Native-Ad-Format, das auf allen Websites des Otto Group funktioniert. Auch hier will Ahlers auf der Dmexco 2016 Ergebnisse präsentieren. cam
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