Repucom Deutsche interessieren sich weniger für Olympische Winterspiele

Mittwoch, 05. Februar 2014
So hat sich das Interesse an den Winterspielen in einzelnen Ländern verändert (Grafik: Repucom)
So hat sich das Interesse an den Winterspielen in einzelnen Ländern verändert (Grafik: Repucom)

Schlechte Nachrichten für Medien und Sponsoren? Wie das Sportmartkforschungsunternehmen Repucom in seiner Studie Sports DNA aufzeigt, ist das Interesse der Deutschen an den Olympischen Winterspielen gesunken. Gegenüber Vancouver 2010 sank der Anteil der Interessierten an den Spielen von Sotschi von 51 Prozent auf 43 Prozent. Dafür gibt es nach Ansicht von Markus Lichti, Senior Consultant bei Repucom, mehrere Gründe: "Die deutschen Sportler haben 2012/13 gerade in den beliebtesten Wintersportarten Top-Leistungen nicht in der Konstanz der vorherigen Jahre geboten. Da ist der deutsche Zuschauer sehr verwöhnt", so Lichti. "Gleichzeitig haben die Diskussionen um die Olympiabewerbung Münchens beim ein oder anderen zu einer stärkeren Ambivalenz in der Bewertung der Winterspiele geführt." Ein anderer, viel diskutierter Punkt spielte jedoch offenbar kaum eine Rolle: Die Studie wurde im Mai 2013 durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt spielte die Debatte über Menschenrechte in Russland in den Medien noch keine prominente Rolle, daher sieht Lichti diesen Aspekt als weniger relevant für das Ergebnis.

Einen Schub für das Interesse der Bevölkerung leistet naturgemäß eine erfolgreiche Bewerbung, wie sich am Beispiel Südkorea ablesen lässt: Nachdem Pyeongchang im Jahr 2011 den Zuschlag für die Spiele 2018 bekam, verdoppelte sich das Interesse nahezu und wuchs von 32 auf 57 Prozent. Wenn ein Land dann noch einige heiße Eisen im Feuer hat, sind die Voraussetzungen für ein hohes Interesse der Bevölkerung optimal: "Je nachdem wo die Spiele stattfinden und wie viele nationale Wintersporthelden Medaillenaspiranten sind, wird das Interesse in den einzelnen Ländern zukünftig steigen wie sinken", so Lichti.

Eines ist für den Repucom-Experten klar: "Der Stellenwert der Olympischen Winterspiele ist in jedem schneeaffinen Land sehr hoch. Natürlich müssen die Verantwortlichen in den olympischen Verbänden analysieren, wie und warum sich das Interesse verändert. Aber wenn am kommenden Samstag die Wettbewerbe beginnen, steht nach all den berechtigten Diskussionen in den vergangenen Monaten nun hoffentlich der Sport im Mittelpunkt. Für Millionen TV-Zuschauer gilt dann das Motto: 'Entscheidend ist auf Schnee und Eis'!"

Für die Medien muss das gesunkene Interesse der Deutschen allerdings keinen Beinbruch bedeuten: Die übertragenden Sender ARD, ZDF und Eurosport rechnen mit erhöhtem Publikumszuspruch. ire
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