Report Digital Marketing Warum Onlinevermarkter auf Qualitätsumfelder setzen

Mittwoch, 04. Juni 2014
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Ob ein journalistischer Beitrag im Internet erfolgreich ist, wird in der Medienbranche heute kaum inhaltlich bewertet, sondern gemessen. Monat für Monat blicken die Redaktionen auf die Rankings der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (Agof) und erkennen: Ein Boulevard-Medium läuft den Qualitätsmedien nach wie vor den Rang ab. Doch deren Vermarkter sind optimistisch: Hochwertiger Journalismus und hohe Reichweiten kann man verbinden. Ein Live-Ticker, wie ihn Focus Online zu Beginn des Jahres für den Unfall von Michael Schumacher einsetzte und damit millionenfach Klicks generierte, ist für eine hohe Reichweite nicht zwingend notwendig, sagt Christian Herp, Geschäftsführer von IQ Digital, dem Vermarkter von FAZ.net, Zeit Online, Sueddeutsche.de und Handelsblatt Online: "Top-Journalisten, die eine Meinung haben und damit Relevanz erzeugen, sind ebenso wichtig."

Das findet auch Monty Weber, Client Service Director Digital bei Starcom. Er verantwortet die digitalen Bereiche der Mediaagentur und achtet bei der Medienauswahl vor allem auf genau recherchierte Geschichten sowie originäre Inhalte, die nicht über Nachrichtendienste eingekauft werden. "Investigativer Journalismus wird in Zukunft ein rares Gut, worüber sich die traditionellen Medienhäuser mit ihren Redaktionen gegenüber dem Wegwerf-Journalismus differenzieren können", so Webers Prognose.

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Doch im Targeting-Zeitalter müssen Onlinevermarkter die Qualität ihrer Werbeumfelder zunehmend auch belegen können. Denn wenn ein aussagekräftiges Profil über einen Nutzer vorliegt, spielt es unter Umständen keine Rolle mehr, auf welchen Seiten man ihn anspricht. Um hochqualitative Websites zu erkennen, vergibt der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) nun zum zweiten Mal das Gütesiegel "Primesite". 61 Bewerber meldeten sich zur Prüfung durch den VDZ an, Anfang Juli stehen die Ergebnisse fest.

Qualität steht auch bei den Premiumkonsumenten im Mittelpunkt. Sie haben hohe Ansprüche an ein Produkt, an luxuriösen Materialien und verlangen eine exquisite Ausführung. Jahrelang taten sich Vermarkter schwer, diese Zielgruppe online zu erreichen. Das sieht nun anders aus. Sie bieten mittlerweile variable Digitalpakete an. Premiumkonsumenten gehören zu den Treibern des digitalen Marktes, nicht zuletzt durch ihre Kaufkraft verfügten sie früh über digitale Endgeräte. "Daher müssen gerade Premiummarken Standarts in der digitalen Kommunikation setzen", sagt Kerstin Clessienne, Doirector Strategy Digital bei Havas Media in Frankfurt. hor

Report Digital Marketing

Weitere Themen im Report Digital Marketing in HORIZONT 23/2014

Targeting: Vermarkter schmücken sich mit Qualitätssiegel. 26

Vermarktung: Nachrichtensites verbinden Qualität mit Reichweite. 28

Premium: Vermarkter punkten online mit variablen Angeboten. 30

Content: Wegen Google füllen Händler ihre Sites mit Inhalten. 31

Paid: Verlage arbeiten an Bezahlmodellen für Digital-Leser. 32

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