Rassismus-Vorwürfe Dove empört mit Facebook-Anzeige - und entschuldigt sich

Montag, 09. Oktober 2017
Mit dieser Facebook-Anzeige hat Dove in den USA für Wirbel gesorgt
Mit dieser Facebook-Anzeige hat Dove in den USA für Wirbel gesorgt
© Screenshot Facebook/Naythemua
Themenseiten zu diesem Artikel:

Dove Facebook Unilever


Seit 2004 setzt sich die Unilever-Brand Dove für die Schönheit von Frauen jeden Aussehens und jeder Herkunft ein, "Real Beauty" ist zum weltweit bekannten Mantra der Marke geworden. Daher steht Dove eigentlich alles andere als im Verdacht, diskriminierende Werbung zu schalten. Doch genau diesem Vorwurf sieht sich die Marke jetzt aufgrund einer sehr unglücklichen Facebook-Anzeige in den USA ausgesetzt - für die sich das Unternehmen bereits entschuldigt hat.
Die Facebook-Nutzerin "Naythemua", eine Make-up-Künstlerin aus Ohio, hat den Stein in dem sozialen Netzwerk ins Rollen gebracht. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte sie einen Screenshot der dreisekündigen GIF-Anzeige, mit dem Dove sein Body-Wash-Gel bewirbt. Darauf ist eine dunkelhäutige junge Frau zu sehen, die sich ihr braunes Shirt auszieht - und zum Vorschein kommt eine hellhäutige Frau im hellbeigen Oberteil. Auch wenn die Anzeige durch ein drittes Testimonial mit dunkler Hautfarbe und schwarzen Haaren komplettiert wird, hat sie auf Facebook dennoch für eine Welle der Entrüstung gesorgt - und wurde am vergangenen Wochen von zahlreichen großen Medien aufgegriffen. Der Grund liegt auf der Hand: Der Switch von der schwarzen auf die weiße Frau im Kontext von Körperpflege-Werbung bedient das alte rassistische Vorurteil, nach dem Schwarze nicht "sauber" seien und sich "reinwaschen" müssten.
Nur wenige Stunden nach dem Ausgangspost von "Naythemua" reagierte Dove mit einem Kommentar (siehe oben), in der die Unilever-Marke das Werbemittel rechtfertigte, das Produkt erklärte und gleichzeitig auf die eigene "Real-Beauty"-Maxime verwies, die alle Ethnien berücksichtige. Von einer Entschuldigung zunächst keine Spur. Die folgte weniger später auf den offziellen Facebook- und Twitter-Accounts (unten). Man sei mit der Anzeige am Ziel vorbeigeschossen, heißt es in dem kurzen Statement. Die Anzeige wurde daraufhin vom Netz genommen.
Was bleibt letztlich nach dem Shitstorm? Das Marketingteam von Dove wird mit einem Schrecken davon kommen, weil es zum einen schnell reagiert, sich über mehrere Kanäle entschuldigt und die Anzeige zurückgenommen hat. Zum anderen dürfte das positive Image, das sich die Marke über mehr als ein Jahrzehnt lang aufgebaut hat, wegen einer Facebook-Ad keinen ernsthaften Schaden nehmen. Und wenn die Verantwortlichen künftig die Qualitätskontrolle beim Erstellen solcher Anzeigen verbessern, hat man bei Dove am Ende sogar noch etwas aus der unglücklichen Aktion gelernt.

Immerhin kann sich die Unilever-Marke damit trösten, nicht allein mit einem derartigen Fehltritt zu sein: Im April sah sich Nivea ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt, nachdem eine Facebook-Anzeige die Farbe Weiß mit Reinheit in Verbindung brachte. Die zum Beiersdorf-Konzern gehörende Marke entschuldigte sich anschließend ebenfalls und nahm die Werbung aus dem Netztt
Meist gelesen
stats