Ragga Minister Wie Entwicklungsminister Müller zum Youtube-Star wurde

Dienstag, 28. April 2015
Bundesminister Gerd Müller beim Earth Day
Bundesminister Gerd Müller beim Earth Day

Als Gerd Müller vor gut einer Woche in Washington auf die Bühne trat, um ein paar Worte zum "Global Citizen Earth Day“ zu verlieren, da hätte er sich wohl niemals träumen lassen, welche Wellen sein Auftritt schlagen würde. Dass der Bundesentwicklungsminister inzwischen als Youtube-Star gefeiert wird, hat er seinem Denglisch zu verdanken, das ihn als legitimen Erben von Lothar Matthäus und Günther Oettinger qualifiziert.
"Ei what ei what ei Party", begrüßte der CSU-Politiker die sicherlich verdutzten Gäste auf dem "Global Citizen Earth Day“, um dann im tiefsten Bayerisch-Denglisch weitere Wortkreationen wie "Let´s tschäinsch se World" oder "Ei ämm wis ju. Sis is änn werri eckzeiting moment." hinterherzuschicken. Das Video von Müllers fröhlicher Ansprache bei dem Event, das zum Kampf gegen Hunger und Umweltverschmutzung aufruft, ist inzwischen auf Youtube ein echter Renner. Binnen weniger Tage wurde die Ansprache rund 130.000 Mal angeklickt. Und nicht nur das: Im Netz kursiert inzwischen auch ein Party-Mix im Raggamuffin-Sound mit dem O-Ton des Ministers. Der NDR produzierte eine Clubsound-Version, in der Müllers Appell "Together we are fighting for freedom and justice" mit tanzbaren Beats unterlegt ist.
Die Meinungen zu dem Auftritt vor 270.000 Menschen in Washington, für den sich Müller ein enges T-Shirt über Hemd und Krawatte gezogen hatte, gehen auseinander. Während sich einige Kommentatoren im Netz über das eigenwillige Englisch des Ministers lustig machen, loben andere sein authentisches Auftreten. Die Mitarbeiterin einer Organisation, die sich für die Bekämpfung von Hunger und Armut einsetzt, sagte: "Erst fand ich es ein bisschen peinlich, aber dann habe ich mir gedacht, was soll's, der ist wenigstens echt, und eine Welt ohne Hunger, das wollen wir ja schließlich auch." Müller selbst sieht die spitzen Kommentare über seinen starken Akzent gelassen. "Die Botschaft kommt offensichtlich an - und darüber freue ich mich", sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. mas/dpa
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