Radsport Alpecin wird neuer Titelsponsor von Team Giant-Shimano

Mittwoch, 24. September 2014
Fahrer des Team Giant Shimano bei der Tour de France 2014
Fahrer des Team Giant Shimano bei der Tour de France 2014
Foto: Foto: Cor Vos / Team Giant-Shimano

Mit Alpecin übernimmt erstmals seit vier Jahren wieder ein deutsches Unternehmen ein Titelsponsoring bei einem Profi-Radsportteam: Das Bielefelder Familienunternehmen wird ab 2015 Partner bei dem internationalen Team Giant Shimano, in dem unter anderem die deutschen Profis Marcel Kittel und John Degenkolb fahren. Die Mannschaft wird dafür in Team Giant-Alpecin umbenannt.
Doping wird dabei in keiner Weise eine Rolle spielen: Nach Informationen von HORIZONT Online wird Alpecin den Werbeslogan "Doping für die Haare. Nur für die Haare" nicht in der Radsportkommunkation einsetzen. Das Engagement sei zunächst für einen Zeitraum von vier Jahren vereinbart, wie der Alpecin-Hersteller, die Dr. Kurt Wolff-Gruppe, mitteilt. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will das Unternehmen in diesem Zeitraum zwölf bis 16 Millionen Euro investieren. "Alpecin engagiert sich seit mehr als einem halben Jahrhundert im Radsport. Mit diesem wichtigen Schritt schließt sich für uns der Kreis. Vor allem für Alpecin eröffnen sich nun einzigartige Chancen zur Aktivierung neuer, weltweiter Märkte, und das im Zusammenspiel mit Giant, dem größtem Radhersteller der Welt", sagt Eduard R. Dörrenberg, geschäftsführender Gesellschafter bei der Dr. Kurt Wolff-Gruppe. Bei der Vermittlung der Partnerschaft war auch der ehemalige "Tagesschau"-Sprecher Marc Bator involviert, der sich privat für den Radsport engagiert. Entsprechend groß ist die Freude bei den Sportlern über die Partnerschaft mit Alpecin: "Davon haben wir alle schon eine lange Zeit geträumt. Durch das Engagement von Alpecin rückt Deutschland stärker in den Fokus des weltweiten Radsports. Das kann die öffentliche Aufmerksamkeit noch vergrößern", so Kittel. Mit Milram war zuletzt ein deutscher Hauptsponsor bei einem Spitzenteam im Radsport engagiert. Das Unternehmen zog sich jedoch 2010 zurück. Zuvor hatte die Sportart aufgrund zahlreicher Doping-Skandale hierzulande stark an Reputation verloren - und in der Folge an medialer Präsenz. 2007 waren ARD und ZDF aus der Live-Übertragung ausgestiegen. Nach einem erfolglosen Intermezzo von ProSiebenSat1 nahmen die Öffentlich-Rechtlichen 2009 zwar wieder Tour-Bilder ins Programm, 2012 war dann aber endgültig Schluss.

Mit der Rückkehr eines deutschen Top-Sponsors könnte sich auch diese Situation wieder umdrehen. Zumal die aktuelle deutsche Radsport-Elite durch Erfolge auffällt: Kittel gewann bei der diesjährigen Tour de France vier Etappen, sein Teamkollege John Degenkolb tat sich als Spezialist für Eintagesrennen hervor. Und dann gibt es da noch den mehrfachen Zeitfahrweltmeister Tony Martin vom Team Omega Pharma-Quick-Step sowie den ehemaligen Deutschen meister im Straßenrennen Andre Greipel. Noch viel wichtiger allerdings: Die deutschen Profis haben ein klares Bekenntnis zum Kampf gegen Doping in ihrem Sport abgegeben.

Kein Wunder, dass ARD und ZDF bereits einen möglichen Wiedereinstieg bei der Tour thematisiert haben. "Die ARD prüft einen teilweisen Wiedereinstieg in die Liveberichterstattung über die Tour de France ab 2015. Darauf haben sich die Intendantinnen und Intendanten im Grundsatz auf ihrer Sitzung in Saarbrücken verständigt", bekräftigt die Sendeanstalt auf Nachfrage von HORIZONT Online. Zunächst müssten allerdings Rechtefragen sowie Kosten und Umfang der Berichterstattung geklärt werden. Abschließend heißt es in dem Statement: "Ausschlaggebend für die Überlegungen zu einem vorsichtigen Wiedereinstieg sind die ernsthaften Bemühungen des Radsports im Kampf gegen Doping." ire
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