Puls-Studie Das Image der deutschen Autobauer leidet unter dem Kartellverdacht

Donnerstag, 03. August 2017
Der Dieselskandal belastet das Image der deutschen Autobauer
Der Dieselskandal belastet das Image der deutschen Autobauer
Foto: Fotolia/Ingo Bartussek
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Das überrascht nicht: Der Kartellverdacht gegen fünf deutsche Hersteller wirkt sich negativ auf deren Image aus. Davon gehen 34 Prozent der Befragten einer aktuellen Untersuchung von Puls aus.
Es war ein denkwürdiger Mittwoch für die deutsche Autobranche. Gestern tagte das Nationale Forum Diesel. Es ging bei dem Zusammentreffen um die Zukunft des Diesels, aber auch die Kartellvorwürfe gegen fünf deutsche Hersteller waren ein Thema. Diese wirken sich, wenig überraschend, mittlerweile auch auf das Ansehen der deutschen Automobilindustrie aus. Denn es gibt hierzulande kaum noch jemanden, der von dem Verdacht der illegalen Absprachen nichts mitbekommen hat. 75 Prozent der Befragten haben davon gehört. Das zeigt eine aktuelle Studie von Puls. Die Folgen bekommt allerdings die ganze deutsche Autoindustrie zu spüren: 33 Prozent der Teilnehmer sagen, der Kartellverdacht hat negative Auswirkungen auf das Image der Schlüsselbranche.
Wie sich der Kartellverdacht auf das Image der Hersteller auswirkt.
Wie sich der Kartellverdacht auf das Image der Hersteller auswirkt. (Bild: Puls)
Die Nürnberger Marktforscher haben vergangene Woche über 650 Personen online befragt. Bei 34 Prozent der Untersuchungsteilnehmer, die alle ein Auto fahren und in den nächsten zwölf Monaten einen Autokauf planen beziehungsweise vollzogen haben, wirkt sich der Verdacht auch negativ auf das Ansehen der unter Verdacht stehenden Hersteller VW, Audi, Porsche, BMW und Mercedes-Benz aus. Vor allem bei älteren Befragten hat das Image Kratzer erlitten. 48 Prozent der über 50-Jährigen sehen hier negative Auswirkungen. Etwas entspannter sind die unter 30-Jährigen. Sie sehen nur zu 24 Prozent das Image der Hersteller beschädigt.

Aber auch das ist ein Ergebnis der Studie: 30 Prozent erwarten, dass sich der Kartellverdacht positiv auf die Preise der Fahrzeuge auswirken wird, bei den Jüngeren sind es sogar 35 Prozent. "Es fällt auf, dass junge Autofahrer den Kartellverdacht deutlich ideologiefreier und pragmatischer bewerten als das in der Presse passiert", sagt Konrad Weßner, Geschäftsführer von Puls. So glauben auch 33 Prozent der bis 30-Jährigen, dass die eventuellen Absprachen der Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge nicht geschadet haben.  mir
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