Prozess Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft für Thomas Middelhoff

Freitag, 31. Oktober 2014
Thomas Middelhoff droht eine Gefängnisstrafe
Thomas Middelhoff droht eine Gefängnisstrafe
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Thomas Middelhoff Arcandor


Für den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat die Staatsanwaltschaft im Untreue-Prozess vor dem Essener Landgericht eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert. Der 61-Jährige habe seine Treuepflichten verletzt und dem inzwischen pleitegegangenen Konzern in 44 Fällen geschadet. Aus Sicht der Ankläger begründete dies den Vorwurf der schweren Untreue. Middelhoffs Verteidiger kündigte an, in der kommenden Woche auf Freispruch zu plädieren.
Middelhoff habe den Karstadt-Quelle-Konzern "nach Gutdünken" mit Kosten seiner zahlreichen externen Nebentätigkeiten belastet, sagte Staatsanwalt Helmut Fuhrmann am Donnerstag in seinem Plädoyer. Bei Reisen mit Arcandor- und zugleich mit Privatterminen hätten die Kosten zumindest aufgeteilt werden müssen. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Chartermaschinen, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Ankläger aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. So habe der Manager in New York regelmäßig sein Aufsichtsratsmandat bei der "New York Times" wahrgenommen. Wenn sich Middelhoff auf Termindruck und Zeitnot berufe, sei dies in vielen Fällen aber nicht Arcandor anzulasten, sondern seinen zahlreichen externen Mandaten, argumentierte die Staatsanwaltschaft.

Einmal habe er einen Charterflieger nur deswegen leer von Köln nach Boston (USA) kommen lassen, um ein paar Stunden früher ins Wochenende starten zu können. Auch Flüge in sein Feriendomizil in Saint-Tropez in Südfrankreich habe er dienstlich abrechnen lassen. Middelhoff habe seine Einlassungen mehrfach geändert, seine Angaben seien teils unschlüssig oder als reine Schutzbehauptungen zu werten, so der Staatsanwalt. Middelhoff hatte die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

Auch eine Festschrift und ein Symposium für Ex-Bertelsmann-Chef Mark Wössner - einen früheren Mentoren - hätten keinen Nutzen für das notleidende Unternehmen Arcandor gehabt, erklärte die Staatsanwaltschaft. In der Anklageschrift hatte sie dem Manager insgesamt 49 Fälle von Untreue mit einem Gesamtschaden von 1,1 Millionen Euro vorgeworfen. dpa
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