Provokante Claims "Aids ist auch nicht mehr, was es mal war"

Montag, 23. September 2013
Die Kampagne setzt auf markige Claims und persönliche Schicksalsgeschichten (Bild: DAH)
Die Kampagne setzt auf markige Claims und persönliche Schicksalsgeschichten (Bild: DAH)

"Mit HIV kann man fliegen", "Aids ist auch nicht mehr, was es mal war", "Heroin kann Leben retten." – die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) nimmt bekanntlich kein Blatt vor den Mund. Erst recht nicht zu ihrem 30. Jubiläum. Für die Jubiläumskampagne "Wussten Sie eigentlich" greift der Dachverband nun zu solch provokanten Claims, um die Gesellschaft für das Thema Aids wachzurütteln. "Mit der Jubiläumskampagne möchten wir Menschen neue Einsichten vermitteln, überholte Bilder vom Leben mit HIV korrigieren, Diskriminierung entgegentreten und auf Versorgungslücken hinweisen, die das Leben und die Gesundheit von Menschen gefährden", sagt Manuel Izdebski vom DAH-Vorstand. Dazu spricht die Kampagne die Menschen mit der Frage "Wussten Sie eigentlich" direkt an und lenkt mit den pointierten Claims die Aufmerksamkeit auf das Hauptproblem im Umgang mit HIV: die Unwissenheit und teilweise Ignoranz der Menschen, wie die DAH erklärt.

Hinter den Claims stecken die Geschichten von Betroffenen (Bild: DAH)
Hinter den Claims stecken die Geschichten von Betroffenen (Bild: DAH)
Im Mittelpunkt der von der Berliner Agentur Kakoii entwickelten Kampagne stehen zehn Betroffene, die auf der eigens entwickelten Microsite www.aidshilfe.de/30 (Entwicklung: Christoph Schüßler; Implementierung: Werk 21) ihre Geschichte erzählen: Sven ist Flugbegleiter und musste nach der HIV-Diagnose um seinen Job fürchten. Christian hat lange verdrängt, dass er Aids hatte, und steht heute wieder voll im Leben. Und Britta hat dank dem Medikament Diamorphin - pharmazeutisch erzeugtem Heroin - zurück in den Alltag gefunden. „Menschen mit HIV und die am stärksten betroffenen Gruppen sind dabei immer Teil der Lösung - das macht uns so stark“, sagt Izdebski über das Kampagnenkonzept.

Um eine möglichst große Aufmerksamkeit für das Thema zu generieren, tragen die 120 Aidshilfe-Organisationen in Deutschland die Kampagne mit Plakaten und lokalen Aktionen ins gesamte Bundesgebiet. In Großstädten verteilt die Organisation 200.000 Gratis-Postkarten mit den markigen Kampagnenmotiven und in Berlin sollen 75 City-Light-Boards für Aufmerksamkeit sorgen. Zusätzlich will die DAH über ihre Social-Media-Kanäle die Kampagne in Form von Diskussionen online weiterdrehen. hor

Zu den weiteren Kampagnenmotiven geht es hier:
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