Protein World Dümmliche Beachbody-Anzeige sorgt für Proteste in Londoner U-Bahn

Dienstag, 28. April 2015
Mit diesem Anzeigenmotiv löste Protein World einen wahren Shitstorm aus
Mit diesem Anzeigenmotiv löste Protein World einen wahren Shitstorm aus
Foto: Protein World Twitter
Themenseiten zu diesem Artikel:

Protein World Twitter Dove Navabi


Der Sommer steht vor der Tür. Und mit ihm kommen anscheinend die dumpfen Werbeideen: Protein World, ein Unternehmen für Fitnessprodukte und Nahrungsergänzungsmittel, hat in Londoner U-Bahnen eine Anzeige geschaltet, die mit einem durchtrainierten Bikini-Model für Präparate wirbt, die beim schnellen Abnehmen helfen sollen. Dazu formuliert Protein World die Frage: "Are you beach body ready?". Kein Wunder, dass der Aufschrei nicht lange auf sich warten ließ - im Netz wie auch in der Londoner Tube.
In den heutigen Zeiten dauert es für gewöhnlich nicht lange, ehe sich ein Shitstorm auf Twitter und Facebook breit macht - dass er aber auch analog in der Londoner U-Bahn als sichtbarer Protest auftaucht, ist zumindest ungewöhnlich. Wie zahlreiche Posts und Tweets beweisen, haben Fahrgäste und Passanten die anstößige Frage nach der Bikinifigur mit schriftlichen Statements wie "#EverydaySexism", "None of your f*cking business" und "Everybody is beach body ready" beantwortet. Andere posieren für eigene Fotos vor den Plakaten und machen so deutlich, dass eine Frau im Strandoutfit auch anders toll aussehen kann. Und mit Dove und Navabi haben gar zwei Marken auf die Anzeige reagiert (siehe unten).
Der Fall von Protein World zeigt mal wieder, dass die sexistische Darstellung von Frauen, verbunden mit einem Schönheits- und Schlankheitswahn wie kaum ein anderes Thema Proteste in den Netzwerken auslöst. Was diesmal allerdings noch viel schlimmer ist: Das Unternehmen zeigt sich in seinen Antworten auf den Shitstorm uneinsichtig - und wehrt sich gegen den Sexismus-Vorwurf. Man wolle vielmehr selbst motivieren als andere zu bemitleiden, so Protein World auf Twitter. In einer Antwort auf eine Userin beklagen die Verantwortlichen zudem, Großbritannien sei ein Land voller Sympathisanten für "Fatties".
Man darf gespannt sein, wie sich die Angelegenheit entwickelt. Ein Abebben des Aufruhrs im Netz ist jedenfalls nicht in Sicht. Im Gegenteil: Mittlerweile ist eine Petition gestartet worden, die dafür sorgen soll, dass die Anzeigen aus London entfernt werden. Nach wenigen Tagen haben bereits mehr als 50.000 Menschen unterschrieben. tt
Meist gelesen
stats