Proteco-Umfrage Fußball-WM künftig als Mehrländer-Event?

Mittwoch, 09. Oktober 2013
Massen-Magnet Fußball (Bild: Fotolia)
Massen-Magnet Fußball (Bild: Fotolia)


Fußball-Weltmeisterschaften sind nicht erst seit gestern veritable Mega-Events - doch mit steigender medialer Verbreitung und Verwertung durch Sponsoren sowie wachsenden Zuschauerströmen könnte die Umsetzung für ein einzelnes Land möglicherweise zu aufwändig werden. Die Alternative wäre die Verteilung einer WM auf mehrere Ausrichterländer. In einer Umfrage der Promotion- und Eventagentur Proteco Marketing Service sprachen sich zwei Drittel der über 100 befragten Marketing- und Sponsoring-Experten dafür aus. Als Hauptargument gilt dabei die Lastenteilung, wie sie auch bei der Fußball-Europameisterschaft 2020 praktiziert werden wird. Dann nämlich wird der Wettbewerb erstmalig in 13 europäischen Ländern und Städten ausgetragen. Zugleich äußerten 80 Prozent Verständnis für die Proteste der brasilianischen Bevölkerung gegen die Austragung der Fußball-WM im kommenden Jahr. Der Unmut der Brasilianer, der sich während des Confederation Cups im Juli Bahn brach, richtete sich gegen Korruption, soziale Missstände und Preiserhöhungen.

Lediglich 12 Prozent der Umfrage-Teilnehmer können die Aufregung in Brasilien angesichts der Kostenexplosion nicht nachvollziehen, da das Land ihrer Meinung nach bereits nachhaltig von den damit verbundenen infrastrukturellen und sozialen Maßnahmen profitiere. Weitere 12 Prozent sehen in der mangelnden Einbindung der Bevölkerung in die Eventplanung den Grund für den Unmut auf der Straße.

Mit ähnlichen Schlagzeilen hatte übrigens auch der letzte Ausrichter eine Fußball-Weltmeisterschaft zu kämpfen: Südafrika. Deshalb kommen von dort nun auch aufmunternde Worte: "Die Erfahrungen in Südafrika haben bewiesen, dass Fußball auch eine starke Antriebskraft für den sozialen Zusammenhalt sein kann", sagt Danny Jordaan, Leiter des südafrikanischen Organisationskommitees der Fußball-WM 2010.

Und auch in wirtschaftlicher Hinsicht könne das Event für ein Schwellenland ein Erfolg werden: "In Südafrika etwa wurden in Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft 2010 Investitionen in die Infrastruktur in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro getätigt, unter anderem für Straßen, Flughäfen, Häfen, Stadien und Telekommunikation", so Jordaan. Insgesamt seien rund 130.000 Arbeitsplätze entstanden, indirekt sogar 415.000. Und damit nicht genug: "Langfristig bestand jedoch einer der größten Vorteile der Fußballweltmeisterschaft für Südafrika darin, dass 500.000 neue Besucher ins Land kamen, von denen viele seitdem aufgrund ihrer positiven Erfahrungen als Touristen zurückgekehrt sind."ire
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