Promi des Monats Miroslav Klose verabschiedet sich als Sympathie-Weltmeister

Mittwoch, 03. September 2014
Miroslav Klose als Testimonial der WM-Kampagne von Expert
Miroslav Klose als Testimonial der WM-Kampagne von Expert
Foto: Expert

Mit ihm geht ein ganz Großer: Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft heute Abend in der Neuauflage des WM-Finales gegen Argentinien antritt, wird Miroslav Klose offiziell aus dem DFB-Team verabschiedet. Wie eine Exklusivauswertung von IMAS International für HORIZONT Online dokumentiert, verlässt der 36-Jährige die große Fußball-Bühne nicht nur als Weltmeister, sondern als Sympathieträger par Excellence.

Was Miroslav Klose für den deutschen Fußball wirklich geleistet hat, wird mit einem Blick auf seine Bilanz im DFB-Trikot deutlich: Der gebürtige Pole absolvierte 137 Länderspiele für Deutschland (und damit nach Lothar Matthäus die zweitmeisten) und traf dabei 71 Mal (so häufig wie kein deutscher Nationalspieler vor ihm). Bei Weltmeisterschaften erzielte Klose insgesamt 16 Treffer und liegt damit vor dem Brasilianer Ronaldo an der Spitze der WM-Torschützen. In seiner Karriere war er an 17 deutschen Siegen bei Weltmeisterschaften beteiligt – auch das ist Rekord.

Und die  Nation dankt es ihm. Das wurde nicht nur mit regelmäßigen "Miroslav Klose"-Sprechchören deutlich. Sondern vor allem daran, das fast ganz Deutschland Klose kennt. Laut IMAS-Auswertung lag die namentliche Bekanntheit im Juli bei ungestützt 76 Prozent, gestützt gar bei 90 Prozent. Zum Vergleich: 2002, kurz vor Kloses erster WM, lagen diese Werte noch bei 50 bzw. 69 Prozent. Und selbst das waren schon ordentliche Werte. Zudem sollte man immer im Hinterkopf haben, dass Klose seit Juli 2011 bei Lazio Rom in Italien spielt – und einem Gutteil der deutschen Fußball-Fans daher nur noch unregelmäßig begegnet.

Doch damit nicht genug. Die Deutschen kennen Klose nicht nur, sie mögen ihn auch. 44 Prozent der Befragten finden ihn "sehr sympathisch", vor der WM in Brasilien lag der Wert in dieser Kategorie noch bei 37 Prozent. "Nicht sympathisch" finden ihn hingegen, und das ist eigentlich die viel aussagekräftigere Zahl, gerade mal 1 Prozent. Hier dürfte zum Tragen kommen, dass Klose nicht nur ein exzellenter Sportler, sondern vor allem ein Musterprofi ist, der außerhalb des Platzes nicht durch Skandale auffällt. Die Deutschen sehen in ihm offenbar eher jenen liebenden Familienvater, der bei der Feier nach dem WM-Gewinn mit seinen Söhnen schäkert. Auch, dass Klose bei der WM-Siegesfeier zu den Initiatoren des umstrittenen "Gaucho-Tanzes" gehörte, scheint seinem Image nicht geschadet zu haben.

Das wirkt sich auch auf die Eigenschaften aus, die Klose zugeschrieben werden. Seine stets etwas reservierte und zurückhaltende Art lässt ihn für 39 Prozent "cool, lässig" erscheinen. Dass 48 Prozent sagen, Klose sei "stark, dynamisch", dürfte an seiner Durchsetzungsstärke auf dem Platz liegen. 42 Prozent halten ihn darüber hinaus für "vertrauenswürdig". Bemerkenswert: Trotz seiner bodenständigen – böse Zungen würden behaupten: langweiligen - Art, halten gerade einmal 7 Prozent Klose für "bieder, altmodisch". Das war vor der WM noch ein wenig anders: Im Juni stimmten hier 9 Prozent zu.

Interessant wird sein, wie Klose die Karriere nach der Karriere gestaltet. In der Nationalmannschaft ist wie gesagt Schluss, und auch auf Vereinsebene dürfte der inzwischen 36-Jährige nicht mehr allzu lange aktiv sein. Viele Fußball-Profis werden TV-Experten, nachdem sie die Schuhe an den Nagel gehängt haben – Klose will man das allerdings nicht wirklich zutrauen, gehörte er doch nie zu den Spielern, die als eloquente Lautsprecher aufgefallen sind. Will er dennoch weiterhin im Rampenlicht stehen, bleibt eigentlich nur noch die Zweitkarriere als Trainer, so wie er es gerade erst angekündigt hat. Oder als Werbegesicht. Und da wäre für Klose einiges möglich, wie die IMAS-Auswertung zeigt.

Zuletzt war Klose eigentlich nur als Testimonial für die Elektronikkette Expert tätig. Und in der Tat ist Unterhaltungselektronik eines der Werbethemen, die gut zu Klose passen (26 Prozent). Viel größeres Potenzial liegt der Studie zufolge allerdings in den Bereichen Non-Profit-Organisationen (29 Prozent) und Autos bzw. Autozubehör (31 Prozent). Man sieht: Für Unternehmen, für die Vertrauen eine besonders hohe Rolle spielt, könnte Klose ein geeignetes Werbegesicht sein. Eher geringe Eignung wird Klose im Food-Bereich zugesprochen: Alkohol (13 Prozent), Fertig- bzw. Schlemmergerichte und Schokolade und Süßigkeiten (beide 17 Prozent) sowie Fruchtsaft (20 Prozent) scheinen nicht gut zu ihm zu passen.

Egal, wie Klose sich entscheidet: Er tritt als sympathischer, erfolgreicher Profi ab, der auf eine große Karriere zurückblickt – und sich um seine Zukunft höchstwahrscheinlich nicht sorgen muss. ire

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