Preisbewusst und untreu Studie durchleuchtet die deutsche Konsumentin

Mittwoch, 10. Juli 2013
Für viele Konsumentinnen ist Markentreue ein Fremdwort
Für viele Konsumentinnen ist Markentreue ein Fremdwort

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das trifft auch auf die deutsche Verbraucherin zu, der das Angebot an Konsumgütern zu groß ist. Markenunterschiede werden oft gar nicht wahrgenommen, was sie zur preisbewussten Kundin mit geringer Markentreue macht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Women, Power & Money", die die Agentur Fleishman Hillard zusammen mit Ipsos herausgibt. Nach vier Auflagen in den USA analysiert die Studie erstmals auch andere Länder, darunter Deutschland. Eigentlich ist die deutsche Frau eine glückliche Shopperin. Besonders in den Segmenten Schönheit (88 Prozent), Körperpflege (87 Prozent) und Technik (85 Prozent) ist sie mit den Produkten und Services meist zufrieden. Der Weg bis zum tatsächlichen Kauf gestaltet sich oft jedoch schwieriger, als es Unternehmen lieb sein kann. Für 39 Prozent der Befragten sind Marken mehr oder weniger austauschbar, 45 Prozent fühlen sich von den Auswahlmöglichkeiten überwältigt. Vor allem bei Möbeln (93 Prozent), Mode (91Prozent), Urlaub und Schmuck (je 82 Prozent) wird die Wahl daher meist eher zufällig als gezielt getroffen. Direkt darauf angesprochen, würden sich lediglich rund ein Viertel der befragten Frauen als markentreu bezeichnen - und das eher aus Gewohnheit als aus Überzeugung.

Als Konsequenz wird der Preis oft zum wichtigsten Entscheidungskriterium. So ist es für 53 Prozent relevant, den günstigsten Preis zu bekommen. Gleichzeitig sieht sich die deutsche Verbraucherin aber weniger als stolze Smart-Shopperin (77 Prozent) als zum Beispiel Amerikanerinnen (98 Prozent). Sensibilisiert durch die Finanzkrise treffen 89 Prozent von ihnen Kaufentscheidungen bewusster als je zuvor (Deutschland: 51 Prozent).

Das größte Vertrauen bei der Markenentscheidung genießt die persönliche Empfehlung. Ob es sich lohnt oder nicht, wissen am ehesten Freunde und Familie (67 Prozent) oder unabhängige Produktbewerter (63 Prozent). Klassische Werbung (17 Prozent) und prominente Testimonials (6 Prozent) haben geringeren Einfluss auf die Kaufentscheidung. Die deutschen Ergebnisse basieren auf 750 Online-Interviews. mh
Meist gelesen
stats