"Positiv und unproblematisch" Die Olympia-Bilanz von DSM-Chef Achten

Freitag, 28. Februar 2014
Axel Achten im Deutschen Haus in Sotschi (Bild: Picture Alliance)
Axel Achten im Deutschen Haus in Sotschi (Bild: Picture Alliance)


Am vergangenen Sonntag sind die Olympischen Winterspiele von Sotschi zuende gegangen. Sportlich lief es für das deutsche Olympiateam zwar nicht nach Plan - Axel Achten, Geschäftsführer der für die Vermarktung des Deutschen Olympischen Sportbunds und den Deutschen Behindertensportverbandes zuständigen Deutschen Sportmarketing (DSM), verbucht die Veranstaltung dennoch als Erfolg. Im Interview mit HORIZONT.NET spricht Achten über Sponsorenakquise, gesellschaftliche Debatten im Gastgeberland Russland und über kommende Olympische Spiele. Herr Achten, Sotschi 2014 ist Geschichte. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Ich will gar nicht leugnen, dass wir aufgrund mancher Berichterstattung im Vorfeld mit großer Spannung nach Sotschi geflogen sind. Nun kann ich aber sagen: Ich und die meisten Mitglieder der Delegation haben das Umfeld und das Ambiente in Sotschi als sehr positiv und völlig unproblematisch empfunden. Wir haben weder bei unseren Planungen noch bei der Umsetzung etwa des Deutschen Hauses irgendwelche Einschränkungen erfahren.

War die Sponsorenakquise im Vorfeld genauso unproblematisch?

Wir schließen unsere Sponsoringverträge über den Zeitraum einer Olympiade ab. Entsprechend haben wir die Verhandlungen bereits 2011 und 2012 geführt. Die Sponsoren für das Deutsche Haus wurden schon sehr früh akquiriert übrigens unabhängig davon, wo die Olympischen Spiele stattfinden. Die speziellen Partner für das Deutsche Haus, die im Wesentlichen Sach- und Dienstleistungen - Technik, Bodenbeläge, Verpflegung - erbringen, und ohne deren Hilfe wir das Haus nicht stemmen könnten, werden immer spätestens nach den vergangenen Spielen verpflichte. Kurzfristiger sollte man solche Verträge nicht abschließen.

Heißt: Die öffentlich geführten Debatten über gesellschaftliche Probleme in Russland hatten auf die Sponsorensuche keinen großen Einfluss?

Glücklicherweise nicht. Gleichwohl kann man diese Diskussionen nicht ignorieren. Natürlich informieren wir unsere Partner aktiv über eventuelle Probleme, wir wollen nichts tabuisieren und setzen auf einen guten Dialog. Doch unsere Partner erkennen, wofür sie sich engagieren: Sie engagieren sich für das Team der deutschen Olympiamannschaft, und um das Deutsche Haus als Kommunikations- und Informationsplattform zu nutzen. Was dann letztlich aus dem Deutschen Haus in Deutschland zu sehen ist, ist die Währung, wegen der Unternehmen mit uns eine Partnerschaft eingehen. Da müssen wir gut sein.

Haben Sie den Eindruck, dass solche Debatten wichtiger werden?
Natürlich. Das ist bei allen Olympischen Spielen der Fall. Was unsere Marketingarbeit angeht, ist es ganz wesentlich, dass Olympische Spiele für Athleten veranstaltet werden, dass der Sport im Mittelpunkt stehen muss. Der Sport kann keine politischen Probleme lösen.

Wie beurteilen Sie die mediale Reichweite des Deutschen Hauses?
Gemessen an vergangenen Olympischen Spielen egal ob Sommer oder Winter hatten wir in Sotschi diesbezüglich die bislang höchsten Werte. Wir haben etwa, zusätzlich zu der Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen, tägliche Pressekonferenzen im Deutschen Haus abgehalten und Interviewmöglichkeiten mit den Athleten angeboten. Unser Partner Schmidt Media hat darüber hinaus Live-Schalten für viele Privatsender, wie beispielsweise RTL, N24 oder N-TV, realisiert. Wir könnten uns allerdings eine noch engere Zusammenarbeit mit ARD und ZDF vorstellen.

Wo liegt das Problem?
ARD und ZDF haben eigene Vorstellungen über ihre Berichterstattung und zur Platzierung ihrer Studios. Das muss man respektieren.

Wie ließe sich das lösen?
Indem man sich im Vorfeld der nächsten Spiele rechtzeitig zusammensetzt und die Interessen abgleicht und bündelt. Das tun wir auch bereits.

A propos nächste Olympische Spiele: Erhoffen Sie sich neue Impulse aus der Wirtschaft?
Für unsere Vertriebsaktivitäten ist von großer Bedeutung, dass die kommenden Olympischen Spiele in Rio de Janeiro und Pyeongchang an Wirtschaftsstandorten mit wachsender Bedeutung stattfinden. Brasilien und Fernost sind für die deutsche Wirtschaft in Zusammenhang mit Olympia sehr interessant.

Und welche medialen Ziele verfolgen Sie?
Wir möchten die Reichweite des Deutschen Hauses während der kommenden Spiele ausbauen, insbesondere was die sozialen Medien angeht. Wir haben in Sotschi hierbei schon einiges erreicht, aber es ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Je stärker unsere medialen Plattformen für unsere Partner sind, umso wertvoller ist die Zusammenarbeit. Hier wollen wir weiter Gas geben.

Haben Sie sich denn schon nach geeigneten Plätzen für das Deutsche Haus umgesehen?
Das Locationscouting für Rio und Pyeongchang hat bereits begonnen. Wie das Haus konkret aussieht, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab, daran müssen wir uns orientieren.
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