Portfoliobereinigung Procter & Gamble startet angeblich Verkauf von Kosmetikmarken

Donnerstag, 09. April 2015
P&G-Chef Marc Pritchard macht scheinbar Ernst in Sachen Portfoliobereinigung
P&G-Chef Marc Pritchard macht scheinbar Ernst in Sachen Portfoliobereinigung
Foto: P&G

Im Sommer vergangenen Jahres gab Procter & Gamble bekannt, sich von einer Vielzahl an Marken trennen zu wollen - im November wurde etwa schon Duracell an Investor Warren Buffett verkauft. Nun hat der US-Konsumgüterkonzern wohl die Grundbereinigung seines Portfolios eingeleitet. Das Unternehmen habe Verkaufsunterlagen an potenzielle Interessenten wie Henkel, Unilever und andere verschickt, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Zur Disposition stünden die Haarpflegetochter Wella, einige andere Kosmetikmarken sowie das Parfümgeschäft. Insgesamt erhoffe sich Procter & Gamble durch die Trennung bis zu 19 Milliarden US-Dollar. Die betroffenen Unternehmen wollten sich nicht zu den Informationen äußern. Vergangenen Monat hatte Bloomberg bereits berichtet, dass parallel zum Verkauf auch ein Börsengang eine Option sei. P&G macht etwa 23 Prozent seines Umsatzes von zuletzt 83 Milliarden Dollar mit Beauty-Produkten wie Pantene, Head & Shoulders, Olaz oder Maxfactor. Im vergangenen Jahr setzte die Sparte 19,5 Milliarden US-Dollar um. Die Investmentbank Exane BNP Paribas schätzt, dass Procter & Gamble rund 8 Milliarden Dollar Umsatz abgeben wird. Über einen Verkauf von Wella wird schon seit Längerem spekuliert. Der US-Konzern hatte das gleichnamige Darmstädter Traditionsunternehmen 2003 übernommen. Als möglicher Interessent dafür gilt der Düsseldorfer Konzern Henkel (Schwarzkopf, Syoss), der zuletzt mehrere US-Haarpflegemarken gekauft hat. Henkel hat eigenen Angaben zufolge bis zu 4,5 Milliarden Euro auf der hohen Kante für weitere Zukäufe. Ein Interesse an Wella wollte der Konzern aber nie bestätigen. dpa
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