Poppen für Dänemark Kampagne für mehr Sex löst Babyboom aus

Mittwoch, 27. Juli 2016
Spies Rejser versprach eindringliche Urlaubserlebnisse für junge, kinderlose Paare
Spies Rejser versprach eindringliche Urlaubserlebnisse für junge, kinderlose Paare
Foto: Spies Rejser

Um die Geburtenrate im Land anzukurbeln, hatte der dänische Reiseveranstalter Spies Rejser im Herbst vergangenen Jahres die Kampagne "Do it for Mom" an den Start gebracht. Auch die Fernsehsender machten den Zuschauern klar: "In Dänemark muss mehr gebumst werden." Es scheint, als hätten die Dänen zugehört. Das Land erlebt einen kleinen Babyboom.
Spies Rejser brachte das Problem Anfang Oktober auf den Punkt. "Der dänische Wohlfahrtsstaat ist unter Druck. Es werden immer noch nicht genug Kinder geboren", stellte das Reisebüro Spies nicht ganz uneigennützig in seiner von Robert/Boisen & Like-minded entwickelten Werbekampagne fest. Denn in den Ferien hätten Paare nun mal viel mehr Sex, erklärte das Unternehmen, und forderte Großeltern auf, ihren Kindern einen romantischen Urlaub zu buchen. Der Sex-Aufruf kam damals nicht nur von dem Reisebüro. Auch das Fernsehen bemühte sich, Dänemarks Paare wieder verstärkt ins Schlafzimmer zu locken. So wollte etwa der Sender DR seinen Zuschauern im Herbst mit der Sendung "Knald for Danmark" ("Bumst für Dänemark") eine "qualifizierte Grundlage bieten, um zu entscheiden, ob Platz für mehr Kinder in Ihrem Leben ist", sagte Redakteurin Dorthe Thirstrup damals.
Do it for Mom 1
Bild: Spies Rejsen

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Der Einsatz wird nun offenbar belohnt. Mehr als 16.200 Babys sollen nach Schätzungen bis Ende August zur Welt kommen - das wären über 1200 mehr als im vergangenen Sommer. Zum ersten Mal seit Jahren könnte 2016 demnach die Marke von 60.000 Geburten geknackt werden.

Wenn es nach Experten geht, sollten die Dänen so weitermachen. Laut Forschern bekommen die Menschen in Deutschlands nördlichem Nachbarland nämlich trotz des Babybooms bislang im Durchschnitt nur 1,7 Kinder - noch zu wenig, um die Bevölkerungszahl und damit den teuren dänischen Sozialstaat auf Dauer aufrechterhalten zu können. jeb / mit Material von dpa
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