Pokémon Go Welche Möglichkeiten die Hype-App für Marken bietet

Donnerstag, 21. Juli 2016
Nintendo bietet Pokémon GO nun auch in Deutschland an
Nintendo bietet Pokémon GO nun auch in Deutschland an
Foto: Nintendo

Die Berichterstattung rund um Pokémon Go ist reich an mal mehr, mal weniger amüsanten Pointen. So ist etwa das Gebäude des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" eine sogenannte "Arena" - gut möglich also, dass die Ericusspitze bald zum Schauplatz von Grabenkämpfen wird, diesmal virtueller Natur. Ist Pokémon Go aber mehr als nur ein Moment der kollektiven medialen Ekstase? Wenn die Entwickler es richtig angehen, bestimmt, meinen Experten. Was die App aus Marketingsicht zu bieten hat.
In den ersten Tagen überholte die App, noch vor dem offiziellen Start in vielen Ländern, bereits Twitter und Tinder - in puncto täglicher Nutzung bzw. Downloads in Relation zur Anzahl von Android-Geräten in den USA. Laut Brandwatch hatten in den vergangenen acht Tagen zudem fünf der zehn deutschsprachigen Top-Themen bei Twitter einen Pokémon-Bezug. "Pokémon Go ist der Hype der Stunde. Ob dieser langfristig Bestand haben wird, entscheidet die Markenbildung und weiterführende Strategie von Nintendo und Niantic", sagt Franziska von Lewinski, Digital-Vorständin von Fischer-Appelt. Dafür sieht sie drei potenzielle Möglichkeiten.

1. Location-based Services (LBS)

Durch den Kauf von Items können Nutzer an Ort und Stelle und für eine bestimmte Zeitspanne die Zahl der verfügbaren Pokémons erhöhen. Gerade für kleine, lokale Unternehmen bietet das eine Chance, um Kundschaft an den PoS zu locken. Noch interessanter werden LBS aber, wenn Entwickler Niantic das Vorhaben in die Tat umsetzt und Sponsored Places vermarktet. Erfahrungen hat das Unternehmen bereits bei seiner 2013 gelaunchten Gaming-App Ingress gemacht, die gewissermaßen als Blaupause für Pokémon Go gelten kann. Vodafone und Axa schlossen Partner-Deals mit Ingress ab, so dass jeder PoS zum App-Portal wurde. "Sobald das auch für Pokémon Go kommt, wird es für Marken interessant und relevant, wobei jede werbliche Aktivität natürlich zum Spiel und seiner Zielgruppe passen muss", glaubt von Lewinski.
Pokémon GO
Bild: Nintendo

Mehr zum Thema

Pokémon Go Wie der Entwickler der Hype-App Geld verdienen will

2. Augmented Reality (AR)

Ein Faktor, der viel zu dem Hype um Pokémon Go beiträgt, ist die Verknüpfung der fiktiven mit der realen Welt. Die Nutzer sehen die kleinen Fantasiewesen an bestimmten Stellen durch ihre Handy-Kamera hindurch, sie  werden in die echte Welt hineinprojiziert. "Technisch ist das nichts Neues, aber es ein guter Ausgangspunkt, um Augmented Reality neuen Zielgruppen bekannt zu machen", sagt Vincent Nicolai, Geschäftsführer der Social-Media-Agentur Buddybrand. Von Lewinski glaubt sogar, dass AR dank Pokémon Go der Durchbruch gelingen wird. "Der spielerische Umgang mit der Technologie macht sie massentauglich, die Menschen bauen ihre Berührungsängste nachhaltig ab. Das führt dazu, dass AR als Technologie etabliert wird. Ich sehe hier große Chancen für Marken."

Exklusiv für Abonnenten

Die komplette Geschichte mit weiteren Beispielen lesen HORIZONT-Abonnenten in der aktuellen Wochenzeitung, die auch auf Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

3. Product Placement

Von Lewinski sieht noch eine dritte Option, um die Vermarktung der App voranzutreiben: Product Placement. Das ist nicht nur durch die bereits angekündigten Sponsored Places denkbar. So können die User beim  erstmaligen Start von Pokémon Go das äußere Erscheinungsbild ihres Charakters bestimmen - auch die Bekleidung. "Junge Nutzer haben kein Problem mit Marken innerhalb des Spiels", sagt die Fischer-Appelt-Vorständin. Wichtig sei es jedoch, dass die Markenpräsenz im Spielkontext für die Zielgruppe Sinn ergibt. fam
Meist gelesen
stats