Phallus-Rakete für Power-Typen Der neue Vodafone-Spot im Expertencheck

Dienstag, 10. September 2013
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Wenn ein Unternehmen in letzter Zeit mit einer Werbekampagne für Schlagzeilen gesorgt hat, dann ist es ganz sicher Vodafone. Mit dem spektakulären TV-Spot, der Ende vergangener Woche auf Privatsendern angelaufen ist, will der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern hoch hinaus. HORIZONT.NET hat Marken- und Werbeexperten nach ihrer Meinung gefragt.
Die Erwartungen an den 66-Sekünder, den Vodafone gemeinsam mit Stammbetreuer Jung von Matt/Alster, Haus- und Hof-Regisseur Sebastian Strasser und der Produktionsfirma Radical Media entwickelt hat, könnten kaum größer sein. Zum einen soll der actionslastige und bildgewaltige Spot das "unsichtbare" Kernprodukt von Vodafone - das Mobilfunknetz - für den Kunden greifbar machen. Gelingen soll das, in dem die rote Vodafone-Simkarte als Powerkarte inszeniert wird, die das Leben in der digitalen Welt erst möglich macht. Nicht zuletzt wird mit dem Commercial die überarbeitete Cororate Identity des Konzerns eingeführt, die wie berichtet auf dem Rhombus als zentralem Stilelement basiert. Wie Andreas Winter-Bürke (Kolle Rebbe), Hans de Visser (BMW), Jürgen Kindervater (Brand Office) und Torben Hansen (Philipp und Keuntje) den Auftritt bewerten, lesen Sie unten beziehungsweise auf den folgenden Seiten. mas

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Torben Hansen, Geschäftsführer Philipp und Keuntje

Torben Hansen, Geschäftsführer Philipp und Keuntje
Das Power-Versprechen wird klar, implizit, explizit, bei Ton und Bild, insofern ist die Arbeit schon ziemlich gut. Den Mut zu großen, ungewöhnlichen und aufmerksamkeitsstarken Metaphern kann man auch nur gutheißen. Dann kommen die Abers, die Sterne kosten: Es gelingt nur bedingt, das Versprechen ans Produkt und die erlebbare Leistung zu koppeln. Der Hauptdarsteller guckt verdattert auf sein Smartphone - aber reicht das? Das ist eben der Trade-Off bei Metaphern. Während man das vielleicht noch als etwas akademisch abtun kann, kommt man nicht daran vorbei, dass gerade bei den kürzeren Cut-Downs, die wohl häufiger geschaltet werden, vor allem die etwas klischeehafteren Bilder mit der Phallus-Rakete und dem Tunneleingang im Mittelpunkt stehen. Und nicht die spannenderen Bilder vom Anfang. Über Musik muss man nicht viel sagen, das machen sie seit einer Weile schon sehr gut. Zum neuen Corporate Design kann man nach dem Film noch nicht viel sagen, dafür ist der Abbinder meines Erachtens noch etwas zu wenig mit Bedeutung aufgeladen. Insofern: Die Zielgruppe, die auf diese Art von Ego-Erlebnis-Trip und Power-Typen-Codes steht, wird es gut finden. Das ist doch schon was.

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Andreas Winter-Buerke, Geschäftsführer und Partner Kolle Rebbe

Andreas Winter-Buerke, Geschäftsführer und Partner Kolle Rebbe
Hochachtung an die Kreativen und an die Filmproduktion, die sich mal einen richtig schönen Dreh gegönnt und sämtliche Register der SFX gezogen haben (nur explodieren tut nichts). Die Treiber im Markt sind bisher Geräte und Preise. Der Spot kommt aus der Abhängigkeit der Devices heraus und inszeniert die Simcard sehr erfrischend als Karte voller Möglichkeiten. Das ist spannend und differenzierend. Baut aber gleichzeitig eine hohe Erwartungshaltung auf. Beweise für die 007 Super Card ist uns Vodafone noch schuldig.

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Jürgen Kindervater, Gesellschafter und Senior Partner von Brandoffice Markenberatung

Jürgen Kindervater, Gesellschafter und Senior Partner von Brandoffice Markenberatung
Der neue Vodafone-Spot ist spektakulär und aufmerksamkeitsstark und wird vor allem bei einer jungen Zielgruppe gut ankommen. Auch der Song profiliert im Stile des von der Marke bekannten Accoustic Brandings. Formal leidet die Prägnanz des Logos etwas, dennoch werden Logo, Layoutverhalten und Story gut miteinander verknüpft. Insofern besitzt die Lösung durchaus Potenzial, vor allem wenn sie auch medienübergreifend konsequent eingesetzt wird.
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