"Perfide und abscheulich" Agrarverband kritisiert BUND-Spot

Freitag, 01. November 2013
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Dutzende Babys spielen auf einem Acker, ehe sie, plötzlich wie Saatgut in der Erde steckend, von einem Flugzeug überflogen und mit Pestiziden besprüht werden. So geschieht es in einem Online-Spot des BUND, mit dem die Umweltorganisation gegen die Verwendung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Ackerbau protestiert, da das Mittel in Verdacht stehe, Embryonen zu schädigen und Krebs auszulösen. Der Industrieverband Agrar (IVA) hat den Spot nun mit scharfen Worten kritisiert. "Im Internet mussten wir uns leider an viele Scheußlichkeiten gewöhnen, aber die Kampagne des BUND stellt eine neue Qualität der Geschmacklosigkeit dar", schimpft IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler. Grund für die Aufregung des Verbandsfunktionärs: Der Begleittext zu dem Spot verbreite falsche Informationen über Glyphosat. So gebe es laut Bundesinstitut für Risikobewertung für eine Beeinträchtigung des Erbguts sowie eine erhöhte Krebsgefahr durch den Wirkstoff keine Anhaltspunkte.

Außerdem echauffiert sich Koch-Achelpöhler darüber, dass die Betrachter des Videos auf der BUND-Seite zu einer Spende an die Organisation aufgefordert würden. "Kein noch so gut gemeinter Zweck kann hier die Mittel heiligen, und schon gar nicht fragwürdige Petitionen und Spendenappelle. Es macht mich fassungslos, wie der BUND hier unschuldige Babys zum Geldeinsammeln instrumentalisiert", so der IVA-Hauptgeschäftsführer. Er fordert den BUND dazu auf, "das Skandal-Video aus dem Netz nehmen und sich bei allen entschuldigen, deren Gefühle sie verletzt haben. Denn das Video rückt Landwirte perfide in die Nähe von Kindermördern. Das ist empörend."

Auf Nachfrage von HORIZONT.NET gibt sich der BUND relativ entspannt. Inwieweit man auf die Kritik des IVA reagiere, sei derzeit noch Diskussion, so ein Sprecher. Ansonsten rate man den Kritikern, besser über die Gefahren von Pestiziden aufzuklären statt sich aufzuregen. Der von der Hamburger Agentur VSF&P für den BUND kreierte Spot kommt online zum Einsatz, außerdem liegt er mehreren Privatsendern vor. ire
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