Pepsico Wieso ein Pepsi-Werbespot mit Kendall Jenner zum Boomerang zu werden droht

Mittwoch, 05. April 2017
Die Szene des Anstoßes: Kendell Jenner übergibt eine Pepsi-Dose an einen Polizisten
Die Szene des Anstoßes: Kendell Jenner übergibt eine Pepsi-Dose an einen Polizisten
Foto: Pepsico
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Für Reality-TV-Star Kendall Jenner, Halbschwester von Kim Kardashian, sollte es eigentlich der vorläufige Karrierehöhepunkt sein: Die 21-Jährige ist der Star in der neuen Pepsi-Kampagne und tritt damit in die Fußstapfen von Cindy Crawford, Britney Spears und Michael Jackson. Im Netz erregt der Spot allerdings die Gemüter. Stein des Anstoßes ist eine Szene, in der das Testimonial zur Friedensstifterin zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wird - mit einer Dose Pepsi-Cola.
In dem Film, den es in einer 30-Sekunden-Version und in vollen 2:40 Minuten gibt, geht es um eine Gruppe multikultureller Demonstranten, die in ihrem Protestmarsch in verschiedenen Sprachen für Frieden und mehr Miteinander plädieren. Model Kendall Jenner posiert am Rande für ein Shooting, schließt sich dann aber spontan dem Strom der Protestierenden an - bis dieser an einer Polizeisperre endet. Jenner greift sich eine Dose Pepsi und reicht sie einem der grimmig schauenden Beamten - als dieser die Dose öffnet, bricht die Menge in frenetischen Jubel aus.
So weit, so friedlich. Pepsi will mit dem Spot ein Statement für friedvolles Zusammenleben verschiedenster Kulturen auf der ganzen Welt senden. Der Film ist Teil der neuen Pepsi-Kampagne "Live for Now", in der der Getränkehersteller die besonderen Momente im Hier und Jetzt feiert.

Manche Kommentatoren sehen in dem Spot aber einen Affront - gerade in den für das schwierige Verhältnis zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften sensibilisierten USA: Dass ein priviligiertes 21-jähriges Model mit einer Softdrink-Dose zur Friedensstifterin wird und damit die Probleme der Welt löst, halten viele User für - gelinde gesagt - schwierig. Sie fühlen sich erinnert an die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen unbewaffneten, meist schwarzen Demonstranten und Polizisten, die in jüngerer Vergangenheit immer wieder die USA erschütterten.
Entstanden ist der kontrovers diskutierte Auftritt inhouse bei Creators League Studio, der Content-Creation-Einheit von Pepsico. Die Musik stammt von Skip Marley, dem Enkel von Reggae-Ikone Bob Marley. fam 
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