PSA Opel soll als Marke und Unternehmen erhalten bleiben

Donnerstag, 23. Februar 2017
PSA-Chef Carlos Tavares
PSA-Chef Carlos Tavares
© PSA Group

Die Marke und das Unternehmen Opel sollen auch nach der Übernahme durch PSA nicht von der Bildfläche verschwinden. Das sagte am Donnerstag PSA-Chef Carlos Tavares auf der Bilanzpressekonferenz des französischen Autoherstellers. Der Kauf soll in den nächsten Tagen über die Bühne gehen.
Eine Stunde redete Carlos Tavares über die aktuelle Lage und Zukunft von PSA, ohne auch nur einmal auf die mögliche Übernahme von Opel einzugehen. Erst in der traditionellen Fragerunde der Journalisten gab der Topmanager einen Einblick in seine Strategie. Er sieht den Rüsselsheimer Traditionshersteller in einer ähnlichen Situation wie PSA vor vier Jahren, als das Unternehmen tiefrote Zahlen schrieb. Heute, nach dem Umbau und einer harten Sanierung, schreibt der Konzern wieder schwarze Zahlen. Rund 1,7 Milliarden Euro stehen 2016 unter dem Strich. "Opel braucht Hilfe und Unterstützung", sagte Tavares auf der Pressekonferenz.
„Wir haben in einigen Märkten Kunden, die französische Autos nicht kaufen, sondern nur deutsche Fabrikate.“
Carlos Tavares
Wie diese konkret ausssehen könnte, ließ er offen. Nur soviel war zu hören: Die Gespräche mit Management, Arbeitnehmervertretern und Politik seien konstruktiv. Den Plan zur Sanierung müsse aber im Falle einer Übernahme das Opel-Management erarbeiten. PSA werde nur unterstützen und Benchmarks nennen. Nach Informationen der "FAZ" soll der Kauf in der ersten Märzwoche abgeschlossen sein.

Für Tavares, der sich als harter Sanierer einen guten Ruf in der Branche erarbeitet hat, wäre die Noch-GM-Tochter eine ideale Ergänzung, um neue Zielgruppen für den Konzernverbund von Peugeot, DS und Citroen zu erschließen. "Wir haben in einigen Märkten Kunden, die französische Autos nicht kaufen, sondern nur deutsche Fabrikate." Mit Opel könne PSA diesen Käufern ein Angebot machen. "Opel wird eine deutsche Marke bleiben", sagt der Vorstandsvorsitzende. Er zollte dem Team um CEO Karl-Thomas Neumann Respekt für die geleistete Arbeit, ist aber überzeugt, dass Opel noch mehr leisten kann, auch im Markting. Auf die Frage, ob Opel künftig auch auf anderen Märkten aktiv werden dürfe, antwortete Tavares zurückhaltend. "Das ist möglich. Aber erst muss Opel wettbewerbsfähig werden." Der CEO sicherte zu, sich an bestehende Abmachungen zu halten. "Wir halten Verträge ein", erklärte der PSA-Chef. Alle Beteiligten hätten ein Interesse, dass der Deal vollzogen werden könne: "Wir haben die Chance, einen europäischen Auto-Champion zu schaffen." mir
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