P&G bestätigt Wella geht an US-Konzern Coty

Donnerstag, 09. Juli 2015
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Foto: P&G

Jetzt ist es offiziell: Procter & Gamble verkauft seine Sparten für Kosmetikprodukte inklusive der Shampoo-Marke Wella an den US-Konzern Coty. Der Konsumgüterriese aus Cincinnati teilte am Donnerstag mit, ein Angebot über 12,5 Milliarden Dollar (11,3 Mrd Euro) angenommen zu haben. US-Medien hatten bereits vor Wochen über den Deal berichtet.
Insgesamt wechseln bei der Übernahme 43 Pflege- und Duftmarken den Besitzer. P&G, der Hersteller von Pampers-Windeln, Gillette-Rasierern und Ariel-Waschmittel, hatte im Frühjahr sein Geschäft mit der Schönheit zum Kauf angeboten. Mit der Bestätigung enden wochenlange Spekulationen, vor allem um die Zukunft von Wella. An der Haarkosmetikmarke war auch Henkel interessiert. Doch das Düsseldorfer Familienunternehmen hatte in dem Bieterrennen mit der Milliardärsfamilie Reimann jetzt das Nachsehen. Coty, 1904 in Paris gegründet und mit Sitz in New York, gehört seit 1992 zum Imperium der Reimanns. Das Unternehmen steckt hinter Düften von Calvin Klein, Davidoff, Madonna, Joop oder Heidi Klum und stellt darüber hinaus Kosmetik und Körperpflegeprodukte unter Marken wie Manhattan und Adidas her. Coty gehört zu den stillen Riesen in der Branche. Jetzt wird er noch ein bisschen größer, durch die Parfüm-Labels von P&G wie Hugo Boss und Gucci. Insgesamt soll der Zukauf den Jahresumsatz auf mehr als zehn Milliarden Dollar verdoppeln. Die Firma versucht schon länger, ihre Expansion voranzutreiben. 2012 hatte sie vergeblich versucht, für 10,7 Milliarden Dollar den Wettbewerber Avon Products zu schlucken. 2014 dagegen klappte es an anderer Stelle. Für fünf Milliarden Dollar übernahm Coty das Kaffeegeschäft des US-Konzerns Mondelez mit der bekannten Marke Jacobs. Geld in die Kasse spülte auch der Börsengang 2013: rund eine Milliarde Dollar ein und bescherte den Reimanns einen dicken Gewinn.

Procter & Gamble hingegen ist schon länger dabei, sein Portfolio einzuschrumpfen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern bereits bei einem Milliarden-Deal seine Batteriesparte Duracell an Berkshire Hathaway veräußert, die Investmentfirma von US-Börsenguru Warren Buffett. Im letzten Geschäftsquartal sank der Umsatz von P&G zum Vorjahr um acht Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel um 17 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. dpa/mir
Meist gelesen
stats