P&G-Mediachefin Susanne Kunz bei der Dmexco "Wir erleben in Digital große Vertrauensverluste und Verunsicherung"

Mittwoch, 13. September 2017
Susanne Kunz, Mediachefin von Procter & Gamble, bei der Dmexco
Susanne Kunz, Mediachefin von Procter & Gamble, bei der Dmexco
Foto: Dmexco

Ist die Werbe- und Marketingbranche digital besoffen, wie es seit Jahresbeginn immer wieder zu hören ist? Dieser Frage stellten sich bei der Dmexco hochrangige Marken- und Mediaverantwortliche und immer wieder war eine ähnlich nüchterne Antwort zu hören: Jein. "Wir erleben momentan in Digital einen großen Vertrauensverlust und viel Verunsicherung", sagt Susanne Kunz, Mediachefin von Procter & Gamble. Gleichzeitig existierten aber auch "gute Anforderungskataloge".
Moderator Wolfram Kons wollte von seinen Panel-Teilnehmern, darunter neben Kunz auch L'Oréal-Deutschland-CMO Philipp Markmann, Facebook-Manager Martin Ott, Burda-Mann Philipp Welte, P7S1-CCO Sabine Eckhardt und OMG-Chef Florian Adamski, die Frage nach dem Grad der digitalen Trunkenheit geklärt haben. Auf einer Skala von 1 (stocknüchtern) bis 6 (komatös) einigten sich die Experten im Schnitt auf eine 2,5. Grund zur Entwarnung also? "Wenn wir digitally drunken sind, dann sind wir das schon eine ganze Weile - und zwar nachhaltig", sagt Welte. Bei ihm persönlich markiert den Start der Trunkenheit die Gründung des ehemaligen Burda-Projekts Europe Online im Juli vor 23 Jahren. Adamski sieht Deutschland indes noch weit zurück hinter anderen Märkten, die "wenn wir besoffen wären, dann schon längst over the top sind".
CMO Runde DMK
Bild: Getty Images / Maja Hitij

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Kunz, deren weltweiter Markenchef Marc Pritchard mit seinem Fünf-Punkte-Plan Anfang des Jahres die Debatte über das Versagen digitalen Marketings mit ins Rollen gebracht hatte, glaubt ebenfalls, dass Deutschland stark aufholen müsste. Sie setzt auf die Anforderungskataloge, die neben P&G auch die Organisation Werbungtreibender im Markenverband (OWM) formuliert hat. Kunz sitzt als Schatzmeisterin im OWM-Vorstand. Procter & Gamble, weltweit größter Werbungtreibender, hat seit Anfang 2017 seine Spendings im Digitalen deutlich reduziert. Das bedeute aber nicht, dass die digitalen Kanäle für den FMCG-Riesen nicht wichtig wären: "Wir werden weiter dort investieren, wo wir Potenziale sehen. Und wir sind immer da, wo unsere Kunden sind", so Kunz. fam
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