Otto Pilot kreiert erste digitale Markenplattform gegen die Moderegeln

Montag, 09. Februar 2015
"No Rules just Fun" ist die erste Otto-Markenkampagne der Mediaagentur Pilot
"No Rules just Fun" ist die erste Otto-Markenkampagne der Mediaagentur Pilot
Foto: Unternehmen

Mit der 2013 gestarteten Kampagne "Gefunden auf Otto.de" hat die Kreativagentur Heimat viel für Otto erreicht. Jetzt darf Ottos Mediaagentur Pilot ihre Storytellingkompetenz unter Beweis stellen. Mit der Kampagnenplattform norulesjustfun.de liefert Pilot dem Onlinehändler nicht nur ein zweites Markenthema. Die Agentur dürfte auch bei einem der wichtigsten Gegner von Otto für Irritationen sorgen: Zalando.
Bei der neuen Plattform folgt Otto einer der zentralen Regeln der noch jungen Disziplin Content Marketing: Bei "No Rules just Fun" steht nicht die Marke im Vordergrund, es geht vor allem um die Botschaft. Und die ist laut Presseerklärung: "Mode ist bunt, kreativ und kennt keine Regeln." Illustriert wird diese Botschaft durch einen von Pilot kreierten Onlinefilm, der von Modeikonen formulierte Regeln mit der anarchischen Kreativität von Kindern kontrastiert.
„Die Kinder sind ein Vorbild für alle, die selbst entscheiden wollen, worin sie sich wohlfühlen und was sie toll finden.“
Dominique Korschinek
"Die Kinder sind damit gewissermaßen ein Vorbild für alle, die selbst entscheiden wollen, worin sie sich wohlfühlen und was sie toll finden", sagt Dominique Korschinek, Senior Projektleiter Markenstrategie und Kampagnenentwicklung bei Otto. Sechs Wochen lang soll sich der Film in den sozialen Netzwerken verbreiten.
Wem das Motto der auf sechs Wochen angelegten Kampagne nicht unbekannt vorkommt, fühlt sich hier möglicherweise an die neue Kampagnenstufe erinnert, die Otto-Konkurrent Zalando im August vergangenen Jahres gezündet hatte. Damals musste nicht nur der alte Claim "Schrei vor Glück" zugunsten von "Freu dich" weichen. In einer Hommage an den Apple-Klassiker "1984" zeigte Zalando zudem, dass sich die Marke künftig als Regelbrecher versteht, die Mode im Dienste ihrer Kunden demokratisiert. Diese Botschaft steckt auch hinter dem aktuell laufenden Spot, bei dem drei Model die Anweisungen des Fotografen immer wieder selbstbewusst unterlaufen.

Inwieweit Otto hier mit seinem Konkurrenten um die Deutungshoheit bei Modethemen kämpfen will, lässt sich nicht abschließend beantworten. Klar ist nur, dass Otto hier vor allem Erfahrungen bei der Verbreitungsdynamik digitaler Kampagnen sammeln will. Korschinek gibt sich optimistisch, aber ergebnisoffen: "Wir sind gespannt, wie das Video in der Community ankommt und wie schnell es sich verbreitet."
Collins
Bild: Collins/Otto Group

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Im Idealfall nutzen die Modefans auch die Möglichkeit, an der Kampagne mitzuwirken: Auf der Kampagnen-Site und über den Hashtag #norulesjustfun können sie ihre Interpretation des Mottos posten und mit der Community teilen. Über den Social Hub bündelt die Agentur Pilot alle Postings, die User mit dem Hashtag versehen. Dafür bedient sich die Agenturgruppe eines Crawlers, der die wichtigsten Social Media-Netzwerke wie zum Beispiel Instagram, twitter oder Pinterest nach relevanten User-Inhalten filtert und zusammenstellt.  So wird von den Nutzern selbst während des gesamten Kampagnenzeitraums kontinuierlich neuer Content generiert. cam
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