Opel-Wiederkehr CEO Neumann erklärt die Marke zur größten Baustelle

Montag, 12. August 2013
Karl-Thomas Neumann ist seit März 2013 CEO von Opel (Bild: Opel)
Karl-Thomas Neumann ist seit März 2013 CEO von Opel (Bild: Opel)


Karl-Thomas Neumann mag klare Worte. In einem Interview im heutigen "Handelsblatt" erklärt er nicht nur, dass er mit Opel bis 2016 wieder profitabel sein will, sondern beschreibt auch eine der größten anstehenden Aufgaben. "Die größte Baustelle ist die Marke", erklärt der 52-Jährige. Mit der Aussage umschreibt der Top-Entscheider die Lage beim Rüsselsheimer Traditionsunternehmen ziemlich exakt. Die Modelle des Herstellers schneiden in vielen Autotests regelmäßig gut ab. Doch der Funke springt nicht von den Produkten auf die Marke über. Das Image der Marke leidet nach wie vor unter den Fehlern der Vergangenheit. Die Folge: In Europa liegt GM mit den Marken Opel und Vauxhall und einem Marktanteil auf Platz vier, hinter Volkswagen, PSA und Renault. "Es ist eine Schande, dass die Marke Opel heute den großartigen Produkten eher im Weg steht, als dass sie hilft", sagt Neumann.

Und genau das will der passionierte Marathonläufer in den kommenden Jahren ändern. Der Langfristplan "Drive22" sieht deshalb nicht nur Kostensenkungen vor und Investitionen von vier Milliarden US-Dollar in neue Modelle, sondern auch eine Neupositionierung der Marke. Künftig soll Opel nach den Worten von Neumann für drei Begriffe stehen: deutsch, nahbar und aufregend. "Deshalb passt BVB-Trainer Jürgen Klopp als Werbepartner auch so gut zu uns. Deswegen feiern wir unser Comeback im Fußballsponsoring und im Motorsport."

Gleichzeitig will Neumann weg von der Rabatt- und Tageszulassungskultur. Mit einer Stärkung des Marken-Management durch die Ex-Henkelianerin Tina Müller soll insgesamt die Marke wieder viel stärker aufpoliert werden.

Zudem bezieht der CEO auch Stellung zu der immer wieder im Raum stehenden Forderung, Opel als globale Marke zu positionieren. "Es würde jetzt viel zu viel Zeit und Geld kosten, die Marke Opel global auszurichten", sagt Neumann. Man müsse die Situation akzeptieren, dass GM auch Marken hat, die eher regional agierten wie Opel und Vauxhall in Europa. Und deshalb konzentriere man sich auf Europa und Russland. Hier sei die Marke bereits extrem stark. "Wir werden daher das Geschäft in Russland weiter ausbauen.", kündigt Neumann an. mir
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