Opel CEO Neumann wirbt für Übernahme durch PSA

Freitag, 17. Februar 2017
Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, genannt "KTN"
Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, genannt "KTN"
Foto: Opel

Karl-Thomas Neumann äußert sich erstmals in einem Brief an die Mitarbeiter zur möglichen Übernahme durch den französischen PSA-Konzern. Der Opel-CEO schwört darin die Mitarbeiter auf eine gemeinsame Zukunft ein.
Via Twitter bezeichnete Karl-Thomas Neumann ein Zusammengehen mit PSA als "prinzipiell sinnvoll". In einem Brief an die Mitarbeiter, der HORIZONT in Auszügen vorliegt, wird der Opel-Chef noch deutlicher. "Hier eröffnet sich die Chance, einen europäischen Champion zu schaffen und nach 88 Jahren Zugehörigkeit zu GM, ein neues erfolgreiches Kapitel unserer Geschichte aufzuschlagen." Als erstes hatte "Bild am Sonntag" aus dem Brief zitiert.

Der Top-Manager, der seit März 2013 an der Spitze der Blitzmarke steht, äußert sich damit erstmal öffentlich zu den Plänen von Mutter General Motors, Opel an die französische PSA-Gruppe zu verkaufen. Ebenso wie Neumann bewertet auch der Betriebsrat den Verkauf positiv, sofern die Zusagen zur Beschäftigungs- und Investitionszusagen eingehalten werden, die GM bei der vergangenen Sanierung gemacht hatte. Unter Dach und Fach sei der Verkauf allerdings noch nicht: "Gewissheiten gibt es immer erst dann, wenn ein Vertragsabschluss erreicht ist. Ob und wann dies der Fall sein wird, kann ich Ihnen heute noch nicht sagen", schreibt Neumann weiter.
Es wäre nicht das erste Mal, dass GM seine Verkaufpläne wieder ändert. Im November 2009 war ein möglicher Verkauf an Magna kurzfristig geplatzt. Branchenexperten wie Professor Ferdinand Dudenhöffer gehen aber davon aus, dass der Deal eigentlich schon in trockenen Tüchern ist. Auch die Bundesregierung erwartet, dass es zu einem Verkauf kommen wird. Opel könnte dabei trotzdem als eigenständiges Unternehmen erhalten bleiben. Das jedenfalls habe GM-Chefin Mary Barra während ihres Besuchs in Rüsselsheim am Mittwoch zugesagt, berichtet das "Manager-Magazin" und beruft sich auf Verhandlungskreise. Das beinhalte auch den amtierenden Vorstand rund um Neumann. Der CEO hatte erst kurz vor der Öffentlichkeit von dem möglichen Verkauf erfahren. GM ist wohl nicht länger bereit, für die defizitären Tochter Verständnis aufzubringen. 2016 hatte Opel einen Verlust von 257 Millionen US-Dollar eingefahren. Ziel war es aber gewesen, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Neumann selbst will Opel bis 2030 zu einer reinen Elektromarke umbauen. Ein Szenario, so ist zu hören, das auch bei PSA durchaus vorstellbar ist. Das Unternehmen hatte zuletzt auf dem Autosalon in Paris mit dem Ampera-e und dessen Reichweite für viel Aufsehen gesorgt. Das Modell kommt in diesem Jahr auf den Markt.

Neumann gibt sich am Ende des Schreibens denn auch kämpferisch: "Ich kann Ihnen versichern, dass wir alles daran setzen werden, die künftige Entwicklung von Opel für uns alle erfolgreich zu gestalten." mir

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