Oliver Bierhoff "Wir dürfen nicht nachlassen": Der DFB-Teammanager im Interview

Freitag, 17. Oktober 2014
Oliver Bierhoff ist seit 2004 Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Oliver Bierhoff ist seit 2004 Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Foto: Foto: Mercedes-Benz

Spätestens mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wurde deutlich: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist eine starke Marke, sie symbolisiert Leistung und Erfolg. Daran hat Oliver Bierhoff erheblichen Anteil - deswegen zeichnet HORIZONT Sportbusiness dem Teammanager der DFB-Elf als "Player des Jahres" 2014 aus. Im Preisträger-Interview erklärt Bierhoff, was die DFB-Elf ausmacht und wo es in punkto Vermarktung hingehen soll.

Oliver Bierhoff über...

...das Image der Nationalmannschaft: "Das ist ja ein großes Gemeinschaftswerk, es ist natürlich schön, wenn man selbst auch einen Beitrag dazu leisten durfte. Dank vieler gemeinsamer Anstrengungen hat die Nationalmannschaft im Laufe der Jahre deutlich an Profil gewonnen. Mit ihr identifizieren wir uns alle. Die Deutschen waren bei der WM stolz auf ihre Mannschaft, weil sie sich so gut präsentiert hat. Auf, vor allem aber neben dem Platz. Diese Wahrnehmung und Wertschätzung gilt übrigens insbesondere auch für das Ausland. Überall wo ich hinkomme, wird vom positiven Auftreten unserer Mannschaft gesprochen. Und erst im zweiten Satz heißt es dann: 'Und ihr habt ja auch den besten Fußball gespielt'". ...die Werte der Mannschaft: "Das hat sich auf unserem Weg immer wieder geändert. Wir haben zunächst klein angefangen, indem wir gesagt haben, wir wollen mehr lachende Gesichter und mehr offene Menschen im Umfeld des Teams. Inzwischen stehen wir ganz klar für Erfolg, genauso aber auch für Werte wie Spaß, Toleranz, Integration, Demut und Kreativität. Diese Mannschaft vereinigt sehr viele positive Eigenschaften, deswegen identifizieren sich die Menschen auch so sehr mit ihr."

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Wie sich die Euphorie bewahren lässt: "Ich glaube, dass wir gerade eine große Chance haben, das Image des gesamten DFB zu verbessern und unser Profil weiter zu schärfen. Wir dürfen in unserem Bemühen, uns stets verbessern zu wollen, und zwar in allen Bereichen, nicht nachlassen. Wir dürfen nicht zufrieden sein mit dem Erreichten, nur dann können wir uns auch längerfristig in der Weltspitze festsetzen."

...die Ziele bei der Vermarktung: "Es wäre unseriös, das an Summen festzumachen. Aber wir sind Weltmeister und dies muss sich in der Vermarktung auch niederschlagen. Auf der Einnahmen-Seite sehe ich noch Luft nach oben, besonders bei der Auslandsvermarktung."

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...die Sponsoringbranche in Deutschland: "Verglichen mit dem Ausland sind wir in diesem Bereich auf einem sehr hohen Niveau, wenn man England einmal ausklammert. Dennoch hat man immer mal wieder den Eindruck, dass viele Unternehmen für teuer Geld Rechte einkaufen, ohne genau zu überlegen, was sich eigentlich damit machen lässt. Gleichzeitig gilt, dass sich auch Rechteanbieter wie der DFB mehr Gedanken darüber machen müssen, wie sich Sponsoringpartnerschaften mit Leben füllen lassen. Wenn man das tut, ist der Preis für ein Rechtepaket irgendwann vielleicht gar nicht mehr entscheidend, sondern, dass es richtig aktiviert wird."

...die Gefahr der Überkommerzialisierung: "Wir müssen den Fans gegenüber sensibel sein und dürfen ihnen nicht das Gefühl geben, dass die Vermarktung unsere wichtigste Aufgabe ist. Das Wichtigste ist nach wie vor, was auf dem Platz passiert. Der Fußball muss immer im Mittelpunkt stehen!"

...das Ziel Euopameister 2016: "Wir haben natürlich dieses Ziel, sind aber nicht so vermessen, es als selbstverständlich anzusehen. Die Voraussetzungen sind aber hervorragend. Weil wir eine hohe Qualität haben, ein funktionierendes Team und eine gute Organisation."

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