Oculus Rift Dos Equis schickt den interessantesten Mann der Welt in die Matrix

Freitag, 14. November 2014
Der "Interessantete Mann der Welt" gibt eine Party in der Matrix und mit Oculus Rift können Bierfans daran teilnehmen
Der "Interessantete Mann der Welt" gibt eine Party in der Matrix und mit Oculus Rift können Bierfans daran teilnehmen
Foto: Unternehmen

Seit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den VR-Brillen-Hersteller Oculus Rift übernommen hat, sind die Spekulationen nicht abgeklungen, welche Rolle virtuelle Realität in der Kommunikation der Zukunft spielen könnte. In einem Markenevent zeigt der Bierhersteller Dos Equis, wie sich Markenerlebnisse in der Matrix gestalten lassen. Für andere Marketingverantwortliche liefert die virtuelle Party mit dem interessantesten Mann der Welt auch viele strategisch interessante Erkenntnisse.
 
Dos Equis gehört unter den in den USA aktiven Biermarken schon traditionell zu den risikofreudigsten Werbungtreibenden. So wirbt ihr Testimonial "The most Interesting Man of the World" stets mit der Aussage, dass er "nicht immer" Bier trinkt. In der Oculus-Rift-Aktion ist er denn auch der Gastgeber für einem virtuellen Maskenball, bei dem die Markenfans sein Haus erkunden können, um sein kleines schwarzes Adressbuch mit einer vermutlich großen Zahl von pikanten Informationen zu finden. Die Nutzer bewegen sich dabei in einem von der Contentfirma Interlude pgehosteten und von der Filmproduktion m ss ng p eces umgesetzten interaktiven Videoumgebung. Die von der Leadagentur Havas Worldwide kreierte Promotion "Masquerade", bei der es Tickets für das gleichnamige Dos-Equis-Event Ende November zu gewinnen gibt, wird wohl allerdings die Mehrheit seines Publikums klassisch im Internet erreichen. Über die in Bars installierten 21 Oculus-Rift-Brillen werden nach Schätzungen des Agenturteams wohl nur maximal 2000 Nutzer die virtuelle Party besuchen.

Diese geringe Zahl hat jedoch mehr mit der aktuell geringen Zahl und hohen Kosten der nötigen Headsets als mit grundsätzlichen Begrenzungen des Mediums zu tun. Derzeit schätzt Oculus Rift, das weltweit rund 100.000 seiner Kits mit den für das virtuelle Erlebnis wichtigen Brillen weltweit im Einsatz sind. Aus Sicht der Marken ist die Exklusivität und die hohe Intensität des visuellen Erlebnisses, definitiv ein Argument für VR-Konzepte. In dem Fall von Dos Equis muss sich der Nutzer zweieinhalb Minuten mit der Story beschäftigen, ohne sich ablenken zu können.

Die Intensität des Erlebnisses ist zudem deutlich höher, als wenn man denselben Film einfach auf einem normalen Bildschirm betrachten würde. Eine Pressevorführung des von der Agentur Sid Lee speziell für Oculus Rift produzierten Horrorkurzfilms "11.57" in Amsterdam musste zunächst abgebrochen werden, weil die Journalisten sich instinktiv die Brille vom Kopf rissen. Erst als die Teilnehmer sich an die Stühle fesseln ließen, konnten sie den knapp vierminütigen Kurzfilm zuende sehen.

Über "Monty Googles" können Besucher der John-Lewis-Kaufhäuser den Figuren der Weihnachtskampagne virtuell begegnen
Über "Monty Googles" können Besucher der John-Lewis-Kaufhäuser den Figuren der Weihnachtskampagne virtuell begegnen (Bild: John Lewis)
Dos Equis ist nicht die einzige Marke, die das kommunikative Potenzial der Oculus Rift für emotionale Botschaften entdeckt hat. Die englische Kaufhauskette John Lewis nutzt Virtuelle Realität in Kooperation mit Samsung in ihren Filialen, um Kunden die Möglichkeit zu geben, virtuell in die Welt ihrer Weihnachtskampagne rund um den Pinguin Monty einzutauchen. cam
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