"Nutten sind Menschen" Mit diesen Motiven kämpft Stuttgart gegen Zwangsprostitution

Dienstag, 26. April 2016
Eines der OoH-Motive
Eines der OoH-Motive
Foto: stuttgart-sagt-stopp.de

Die Stadt Stuttgart kämpft mit einer OoH-Kampagne gegen Zwangsprostitution. Die von der örtlichen Agentur Werbung etc. entwickelten Motive sollen mit markigen "Klartext-Headlines" Aufmerksamkeit schaffen und die Wertediskussion zu den Themen Frauenbild, Sexualität und Partnerschaft anregen.

Angesprochen werden sollen laut Werbung etc. nicht nur aktive Freier, sondern auch "Männer, die das Potenzial zum Freier haben, sowie deren persönliches Umfeld". Um einen größtmöglichen Impact zu erzielen, sind die Headlines der Plakatmotive klar und forsch formuliert: "Nutten sind Menschen" oder "Kondome benutzt man, Frauen nicht" (siehe alle Motive in der Gallerie unten). Die Plakate kommen rein typografisch daher, um Sachlichkeit und Seriosität zu gewährleisten, dem Ernst des Themas angemessen.

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Medien der OoH-Kampagne sind City-Light-Poster, Großflächenplakate, City Cards, Videoboards an hochfrequentierten Orten und die Online-Info-Page stuttgart-sagt-stopp.de. Die Plakatkampagne ist Teil des "Konzepts zur Verbesserung der Situation der Prostituierten in Stuttgart" (hier das PDF). Laut der Stadt Stuttgart und der verantwortlichen Agentur sei die Kampagne notwendig. "Zwangs- und Armutsprostitution sollte tabu sein – ist aber nichtsdestotrotz traurige Realität", heißt es in einer Mitteilung von Werbung etc. Nach polizeilichen Erkenntnissen sind in der Landeshauptstadt 1.409 (Stand: 2015) weibliche Prostituierte gezählt worden. Die Anzahl der täglich tätigen Prostituierten beträgt etwa 450. Fast die Hälfte dieser Frauen arbeitet im Leonhards-/Bohnenviertel. Die circa 165 Rotlichtobjekte verteilen sich im Übrigen über das gesamte Stadtgebiet. ron

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