Number One Next So will sich die BMW Group für die Zukunft rüsten

Mittwoch, 16. März 2016
BMW-Chef Harald Krüger
BMW-Chef Harald Krüger
Foto: Unternehmen

In seiner ersten Bilanz-Pressekonferenz als CEO hat Harald Krüger die neue Unternehmensstrategie Number One Next vorgestellt: BMW will sich von einem Automobilhersteller zu einem vernetzen und digitalisierten Mobilitätsdienstleister entwickeln.

Natürlich ist man bei der BMW Group stolz auf die erzielten Verkaufszahlen im vergangenen Jahr. Über 2,2 Millionen Fahrzeuge hat der Münchner Premiumhersteller 2015 ausgeliefert. Das ist das sechste Rekordjahr in Folge. Und CEO Harald Krüger betont mehrfach auf der Bilanz-Pressekonferenz am heutigen Mittwoch den Anspruch der BMW Group, die führende Position im Premiumsegment zu behaupten.

Doch daraus resultiert nicht automatisch eine atemlose Jagd nach neuen Absatzrekorden. Krüger geht es um mehr: „Die reine Verkaufszahl ist kein hinreichender Maßstab mehr für Zukunftsfähigkeit“, erklärt der CEO. Erst im Zusammenspiel mit anderen Faktoren ergibt sich für ihn ein stimmiges Gesamtbild - und vor allem ein echtes Bild der Leistungsfähigkeit. Dazu zählen für ihn Profitabilität, die Zufriedenheit der Kunden, die Stärke der einzelnen Marken sowie die Attraktivität als Arbeitgeber.
Szene aus dem Jubiläumsspot der BMW Group "The Next 100 Years"
Bild: BMW Group

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Zusammengefasst hat das die Führung der BMW Group in der neuen Strategie „Number One Next“. Auch wenn Krüger mit Blick auf den scharfen Wettbewerb in der Branche nur die Eckpunkte der neuen Strategie skizzierte, zeigt sich, dass sich BMW verändert. Das Unternehmen wird in seiner Gesamtheit digitaler, vernetzter, disruptiver - um emissionsfreie Mobilität zu ermöglichen, um das autonome Auto zu bauen, aber auch, um die Kunden mit neuen Services,  Dienstleistungen und Produkten zu begeistern und zu binden. „Die Wertschöpfung verschiebt sich von der Hardware in Richtung Software und Services“, sagt Krüger.

Die neue Strategie, die BMW die nächsten Jahre verfolgen wird, soll sich unter anderem in den Marken und im Design widerspiegeln sowie in Produkten, Technologien und im Kundenservice. „Wir wollen das beste Kundenerlebnis mit den begehrtesten Marken im Premiumumfeld haben“, beschreibt Krüger den eigenen Anspruch.
„Die reine Verkaufszahl ist kein hinreichender Maßstab mehr für Zukunftsfähigkeit.“
Harald Krüger
BMW hat das Ziel, dem Kunden künftig über seinen gesamten Lebenszyklus maßgeschneiderte Produkte und Services anzubieten. Dazu zählen der Ausbau der i-Familie, die Elektromobilität, neue Angebote bei BMW und BMW M. Dazu zählen aber auch der Ausbau der Mobilitätsdienstleistungen wie Drive Now mit einem Premium-Ride-Sharing-Service. „Es wäre unverantwortlich, sich nicht mit dem Thema zu beschäftigen“, sagt BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer.

Es geht ihm dabei nicht um einen Gegenentwurf zu Uber oder dem chinesischen Didi Kuaidi, sondern darum, einen BMW-eigenen Weg für Mobility on Demand zu entwickeln.
Wesentlich weiter sind bereits die Überlegungen bei der Vernetzung von Angeboten. Hier spricht das Unternehmen schon über BMW Connected. Dahinter steht ein personalisierter digitaler Begleiter, mit dem Kunden alle wichtigen Informationen zu ihrer Mobilität auf jedem Device zur Verfügung haben, egal, wo sie sich gerade befinden. Während BMW so den Kunden und seine Interessen kennenlernen will, soll der Konsument sich möglich stressfrei durch die Welt bewegen können. Noch in diesem Jahr soll der Dienst an den Start gehen, kündigt Klaus Fröhlich an. Für den BMW-Entwicklungschef steht fest: „Wir entwickeln uns vom Mechanical Engineer zur Tech Company.“ Das wird auch an anderer Stelle deutlich. Die BMW Group will 2016 allein 500 neue Mitarbeiter einstellen, die vor allem eines haben müssen: einen IT-Background. mir

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