#Nonotruf So witzig macht die Berliner Polizei auf den Missbrauch des Notrufs aufmerksam

Dienstag, 22. November 2016
Die Polizei muss sich mit zahlreichen unnötigen Anrufen herumschlagen
Die Polizei muss sich mit zahlreichen unnötigen Anrufen herumschlagen
© Polizei Berlin
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"Ich hab mal eine Frage wegen des Jobcenters": Unter der Notrufnummer 110 gehen immer wieder Anrufe ein, die mit tatsächlichen Notfällen nichts zu tun haben - und bei echten Notrufen wertvolle Zeit kosten. Die Berliner Polizei macht aktuell mit einer humorvollen Twitter-Aktion auf das Problem aufmerksam.
Unter dem Hashtag #NoNotruf twittert die Berliner Polizei seit Montag Anrufe, die tatsächlich unter der Notrufnummer 110 eingegangen sind. Die Beispiele sind ebenso lustig wie erschreckend, wenn man bedenkt, dass im Fall eines echten Notfalls durch solche Anrufe wertvolle Ressourcen gebunden werden.
Ein Anrufer wollte sich von der Polizei allen Ernstes zum Supermarkt fahren lassen, weil es regnete, ein anderer beschwerte sich über einen Ladenbesitzer, der ihm seine Pfandflaschen nicht abnehmen wollte. Andere Anrufer wiederum wählten für ganz allgemeine Auskünfte wie etwa die Adresse des Amtsgerichts Tiergarten die 110. Nach Angaben der Berliner Polizei gibt es bei rund 1,3 Millionen Notrufen pro Jahr bei etwa 300.000 Anrufen keinen Grund für einen Einsatz. Bei rund 20 Prozent der Anrufe über die 110 liegt nach internen Schätzungen der Polizei Berlin kein Notfall vor.


Die Aktion der Berliner Polizei kommt gut an: Die Tweets wurden hundertfach geteilt und gelikt, zahlreiche Medien berichteten über die skurrilen Anrufe. Die Aktion #NoNotruf dauert noch bis  Freitag.

Twitter ist für die Polizei in vielen Städten und Regionen mittlerweile zu einem wichtigen Informationskanal geworden. Beim Amoklauf eines Jugendlichen in München im Juli hielt die Polizei München die Bevölkerung per Twitter in Echtzeit auf dem laufenden. Auch während des Oktoberfests nutzte die Polizei in der bayerischen Landeshauptstadt den Kurznachrichtendienst gekonnt und sorgte mit ihren humorvollen Tweets für viel Erheiterung im Social Web. dh
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