Nike und Manchester United gehen getrennte Wege Freie Bahn für Adidas?

Mittwoch, 09. Juli 2014
Auf Facebook räumt Manchester United Nike viel Platz ein (Bild: Screenshot facebook.com)
Auf Facebook räumt Manchester United Nike viel Platz ein (Bild: Screenshot facebook.com)


Nike wird seine seit 2002 bestehende Partnerschaft mit dem englischen Fußballclub Manchester United nicht verlängern. Nachdem die beiden Partner bereits seit Monaten in Verhandlungen standen, konnte man sich letztendlich nicht auf Konditionen zur Vertragsverlängerung einigen. Grund dafür könnte ein Vorstoß von Adidas sein: Der größte Rivale von Nike im Fußballgeschäft soll Manchester United einen Sponsorenvertrag angeboten haben, der dem englischen Rekordmeister rund 75 Millionen Euro im Jahr bringen würde. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Das Angebot habe letztendlich dazu geführt, dass Nike seinen am Ende der kommenden Saison auslaufenden Ausrüstervertrag mit Manchester United nicht verlängern will. "Jedwede Partnerschaft mit einem Club oder einem Verband muss für beide Seiten nutzbringend sein", zitiert Bloomberg aus einem Nike-Statement. Die Bedingungen für einen neuen Vertrag seien für die Aktionäre des Sportartiklers ungünstig gewesen.

Bislang nahm Manchester United aus dem Vertrag inklusive Merchandisingerlöse etwa 48 Millionen Euro im Jahr ein. Zum Vergleich: Puma schloss kürzlich einen Rekord-Deal mit Arsenal London über etwa 36 Millionen Euro jährlich ab. Auch damals war Nike der Leidtragende. Für Adidas wäre die Partnerschaft mit Manchester United ein großer Schritt, um seine Position im Fußballgeschäft auszubauen. Beim Verkauf von Fußballschuhen hat Nike zwar mittlerweile gleichgezogen, im Kernbereich Fußball hat Adidas aber weiter die Nase vorn. In diesem Bereich peilen die Herzogenauracher dank der WM in diesem Jahr mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz an.

Da dürfte auch nicht stören, dass Manchester United die abgelaufene Premier-League-Saison nur auf Rang sieben abschloss und demzufolge in der kommenden Saison nicht international vertreten sein wird. Denn der Club ist mit Millionen Fans weltweit eine wahre Merchandising-Maschine. Besonders in Asien haben die "Red Devils" eine große Fangemeinde - woraus sich für Adidas Wachstumschancen auf diesem wichtigen Markt ergeben könnten. ire
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