Nielsen-Zahlen Kaufland und Lidl steigern im Januar massiv den Werbedruck

Freitag, 17. Februar 2017
Kaufland gibt in den Werbeblöcken Anfang 2017 Gas
Kaufland gibt in den Werbeblöcken Anfang 2017 Gas
Foto: Kaufland

Die Unternehmen schicken im Januar die ersten Frühlingsboten in den Werbemarkt. Nach den Zahlen von Nielsen wachsen die Spendings gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent auf brutto 2,1 Milliarden Euro.
Das neue Jahr fängt so an, wie das alte aufgehört hat: Die Unternehmen investieren weiter in die Werbung, Procter & Gamble bleibt stärkster Werbungtreibender und gerade mal fünf der Top 20-Unternehmen haben ihren Werbedruck verringert. Das zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen.

Die Unternehmen:

Klar schaut man nach Procter & Gamble. Nach den jüngsten Diskussionen um die Wirkung der digitalen Werbung und dem Forderungskatalog von Mark Pritchard, weltweiter CMO des Konsumgüterriesens, an seine Dienstleister und Vermarkter, steht der stärkste Werbungtreibende besonders im Blickfeld. Der Konzern bleibt weiter auf dem Gas, erhöht den Werbedruck um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Mehr Geld fließt dabei erneut in TV, fast 12 Millionen Euro. Weniger gibt es dagegen für die Internetwerbung. Hier gibt es ein Minus von über 5 Millionen Euro.

Änderungen im Mediamix haben auch Lidl und Media-Saturn vorgenommen. 2016 gehörten beide zu den Unternehmen, die bei den Tageszeitungen viel Geld aus dem Markt genommen haben. Zumindest im Januar hat sich das geändert. Hier hat der Ingolstädter Elektronikkonzern immerhin zwei Millionen Euro mehr ausgegeben. Bei Lidl steht gar ein Plus von sechs Millionen Euro. Gemeinsam mit der Schwestermarke Kaufland hat der Discounter aus der Schwarz-Gruppe satt den Werbedruck angehoben.

Ob das eine einmalige Sache war, werden erst die nächsten Monate zeigen. Ähnliches gilt für VW. Hier meldet Nielsen ein Minus von 24 Prozent. Das VW im Marketing Druck herausnehmen wird, damit ist angesichts der Belastungen durch den Dieselskandal zu rechnen. Die Frage ist aber, wie stark fallen die Kürzungen in den kommenden Monaten aus? Denn der normale Geschäftsbetrieb mit Launchkampagnen geht weiter.

Die Top 20 Werbespender im Januar 2017

Quelle: Nielsen

Die Branchen:

Zu Beginn des Jahres stehen nicht die Autobauer an der Spitze, sondern die E-Commerce-Anbieter. Hier stehen knapp 140 Millionen Euro in den Büchern. Ein Plus von knapp 18 Prozent. Audi, BMW und Co parken auf Platz 2 mit 136 Millionen Euro und einem Wachstum von 6,6 Prozent. Onlinedienstleister wie Flirt- und Vergleichsportale haben zwar 11 Prozent weniger ausgegeben. Mit 134 Millionen Euro schaffen sie es aber erneut auf Platz 3.

Die Gattungen:

Richtig gut startet Kino in das neue Jahr. Umsätze von 16,5 Millionen Euro bedeuten ein Plus von über 57 Prozent. Das schafft im Januar nicht mal Mobile, das in den vergangenen Monaten dauerhaft bei den Steigerungsraten an der Spitze stand. Um rund 49 Prozent auf 32,1 Millionen Euro ist hier der Werbedruck gestiegen. Der Liebling der Unternehmen bleibt aber TV mit einem Plus von rund 8 Prozent und 947 Millionen Euro. Im Printlager fallen die Tageszeitungen positiv auf, bei denen unterm Strich ein Plus von 3,6 Prozent und 385 Millionen Euro stehen. Die Publikumstitel hingegen verlieren 2,3 Prozent und stehen Ende Januar bei 273 Millionen Euro. Ebenfalls im Minus sind Fachzeitschriften (-7,3 Prozent) und Out of Home (-1,9 Prozent). Satt zugelegt hat dafür Radio. Ein Wachstum von rund 10 Prozent sorgt bei den Sendern für Umsätze von 145 Millionen Euro. mir

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