Nielsen Lidl gibt mehr für Werbung aus, Unilever kürzt

Donnerstag, 15. Oktober 2015
Lidl geht in die Offensive
Lidl geht in die Offensive
Foto: Unternehmen

Das Werbejahr 2015 geht auf die Zielgerade. In den ersten drei Quartalen haben die Unternehmen ihren Druck um fast 3 Prozent erhöht. Besonders aktiv ist Lidl.
Insgesamt haben die Unternehmen von Januar bis Ende September brutto 19,9 Milliarden Euro in die Werbung investiert. Das ist nach den reinen Preislisten und ohne Sondervereinbarungen gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 2,9 Prozent. Stärkster Werbungtreibender unter den Top 10 ist wie gehabt Procter & Gamble. 361 Millionen Euro stehen für ein Minus von knapp 2 Prozent. Der Schwalbacher Konsumgüterriese ist mit dem Sparkurs kein Einzelfall. Insgesamt haben sechs Unternehmen in der Spitzengruppe ihren Werbedruck verringert - am stärksten Unilever. Das FMCG-Unternehmen hat im Vorjahresvergleich bei den Bruttoinvestitionen 16,7 Prozent reduziert und steht aktuell bei knapp 190 Millionen Euro. Ein Minus von 7,1 Prozent verbucht die Telekom, ebenso agiert auch Beiersdorf defensiver in den klassischen Medien. Für den Nivea-Konzern meldet Nielsen einen Rückgang von 6,8 Prozent. Spannend auch der Wert von Volkswagen. 173 Millionen Euro bedeuten einen Rückgang von 6,4 Prozent. Zwar dürfte sich hier schon etwas das angepasste Werbeverhalten durch den Manipulationsskandal zeigen. Aber der Wolfsburger Autobauer war in diesem Jahr generell etwas defensiver unterwegs. Ganz anders dagegen Lidl. Der Neckarsulmer Discounter agiert 2015 bei den Preisen und in der Kommunikation offensiv und setzt damit seine Wettbewerber unter Druck. In den neun Monaten des Jahres hat Lidl mit rund 198 Millionen Euro satte 29 Prozent mehr in die Werbung investiert. Ebenfalls auf Kundenfang ist Media-Saturn, die beide derzeit in die Marke investieren. 224 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 10,2 Prozent. Und dass nicht alle Konsumgüterhersteller sparen, dafür stehen Ferrero (Plus 5 Prozent) und L'Oréal (Plus 3,3 Prozent).

Die Medien entwickeln sich bis auf die Zeitungen positiv
Die Medien entwickeln sich bis auf die Zeitungen positiv (Bild: Nielsen)
Bei den Gattungen hinterlässt das alles Spuren. Lediglich die Publikumstitel verzeichnen einen Rückgang. 2,3 Milliarden Euro bedeuten im Vergleich ein Minus von 3,4 Prozent. Nach den Bruttozahlen sind Zeitungen, Fachzeitschriften und Radio stabil. Am stärksten legt weiterhin Mobile zu. Ein Plus von über 57 Prozent zeigt, dass die Unternehmen derzeit den Kanal immer wieder testen. Primus bei den Kanälen bleibt wie gehabt TV, hier meldet Nielsen ein Plus von rund 5 Prozent. mir
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