Nielsen Kaufland und Lidl machen Druck im Werbemarkt

Mittwoch, 21. Juni 2017
Die Kaufland-Zentrale
Die Kaufland-Zentrale
Foto: Kaufland
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Dass der Wettbewerb im Handel an vielen Stellen anzieht, zeigt sich auch an den aktuellen Nielsen-Zahlen. Hier gehören Kaufland und Lidl zu den Unternehmen, die den Druck am stärksten erhöht haben. Insgesamt verliert der Werbemarkt etwas an Dynamik. 12,3 Milliarden Euro brutto bis Ende Mai bedeuten ein Plus von 0,7 Prozent.
Unter den Top 20-Unternehmen, die Nielsen exklusiv für HORIZONT erhebt, legt Kaufland mit 108,7 Prozent am stärksten zu. Der Vollsortimenter der Schwarz-Gruppe investiert dabei vor allem bei den Tageszeitungen. Um 40 Millionen Euro auf insgesamt 43 Millionen hat Kaufland hier seine Ausgaben erhöht. Zweites starkes Standbein ist die Radiowerbung. Hier meldet Nielsen für den Händler ein Plus von über 6 Millionen Euro auf 13,8 Millionen. Damit zählt Kaufland zu den fünf Unternehmen, die bei der Gattung die Spendings am stärksten erhöht haben.

Die Top 20 Werbespender von Januar bis Mai 2017

Quelle: Nielsen

Die Schwestermarke Lidl, aktuell mit über 123 Millionen Euro der viertstärkste Werbungtreibende in Deutschland, hat seine Bruttoausgaben um 44,2 Prozent gesteigert. Was auffällt: Der Discounter, der gerade in den USA erste Läden eröffnet, hat sich klar von Aldi abgesetzt. Der ewige Wettbewerber ist derzeit nicht unter den Top 20 vertreten. Allerdings ist der Handelsriese aktiv. Im Kino gehören die Nord- und die Südschiene zu den Unternehmen, die ihre Ausgaben am stärksten erhöht haben, um jeweils mehr als zwei Millionen Euro. Im Radio hat Aldi die Ausgaben um 10,3 Millionen erhöht. Spannend: Rewe, das ein bisschen wie Amazon werden will und einen Online-Marktplatz rund um die Themen Lebensmittel, Küche und Haushalt plant, agiert deutlich defensiver als Konkurrent Kaufland.  Die Kölner haben aktuell den Werbedruck um 7 Prozent reduziert oder Gelder in Kategorien verlagert, die von Nielsen nicht erfasst werden. Benchmark bleibt hierzulande ohnehin Procter & Gamble mit rund 343 Millionen Euro. Der Schwalbacher Konsumgüterriese hält dabei an der Shift-Strategie der vergangenen Wochen fest. Während die Ausgaben in TV in den ersten fünf Monaten des Jahres um 75,5 Millionen Euro auf 323 Millionen ansteigen, nimmt P&G bei der Internetwerbung über 25 Millionen Euro aus dem Markt.

Die Folge: Die Gattung Internet, bei der Nielsen allerdings nicht alle Ausgaben erfasst, hat mit rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz insgesamt ein Minus von über 3 Prozent in den Büchern. Ebenfalls eine negative Entwicklung weisen Zeitungen (Minus 1,1 Prozent), Publikumstitel (Minus 2,3 Prozent und Fachzeitschriften (Minus 2,2 Prozent) auf. Besser läuft es bei Out of Home und Radio. Für beide Gattungen hat Nielsen ein Plus von über 4 Prozent erreichnet.

Mit fast 33 Prozent wächst Kino auf niedrigem Niveau fast so stark wie Mobile. Der Liebling der Media- und Marketingentscheider wächst im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut um fast 40 Prozent und steht nun bei 204 Millionen Euro. Von TV ist die Gattung damit allerdings noch weit entfernt. 5,9 Milliarden Euro stehen zwar nur für ein leichtes Wachstum von 0,6 Prozent. Aber immer noch für den unangefochtenen Spitzenplatz im Ranking der Mediengattungen. mir
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