Nielsen Die Wirtschaft brummt, der Werbemarkt wächst dagegen verhalten

Montag, 25. September 2017
Kaufland hat seine Spendings massiv erhöht
Kaufland hat seine Spendings massiv erhöht
© Kaufland
Themenseiten zu diesem Artikel:

Werbemarkt Nielsen Kaufland P&G VW BMW


Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen sind nach den offiziellen Quellen niedrig - allein der Werbemarkt kommt nicht richtig ins Rollen. Bis Ende August haben die Unternehmen den Werbedruck nur um 1,1 Prozent erhöht. Das zeigt die aktuelle Nielsen-Analyse.
An Procter & Gamble und Kaufland liegt es nicht, dass der Werbemarkt nicht deutlicher wächst. Der Konsumgüterriese schraubte seine Spendings um fast sieben Prozent auf 534 Millionen Euro in die Höhe. Der Vollsortimenter aus Neckarsulm legte gar um 133 Prozent auf 119 Millionen zu.
Damit setzen beide Unternehmen ihre werbliche Offensive in diesem Jahr fort. 18,7 Milliarden Euro brutto ist der Werbemarkt bis Ende August schwer. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 1,1 Prozent.

Das wäre in schweren wirtschaftlichen Zeiten durchaus ordentlich, aber aktuell? Eine Erklärung für das verhaltene Wachstum könnte sein, dass sich die Unternehmen über die Sommermonate zurückgehalten haben und sich für einen Jahresendspurt rüsten. Eine andere Erklärung könnte aber auch sein, dass Spendings in Instrumente wandern, die von Nielsen nicht oder nur teilweise erfasst werden.

Die deutschen Top 20 Werbespender von Januar bis August 2017

Quelle: Nielsen
Search ist so ein Beispiel. Die Folge: Im Internet sind die Ausgaben nach den aktuellen Zahlen um rund 2,5 Prozent gesunken. Rund 1,7 Milliarden hat Nielsen bislang hier an Umsätzen registriert. Mobile hingegen ist nach wie vor der Liebling der Marketing- und Mediaentscheider. Um knapp 30 Prozent sind die Ausgaben der Unternehmen gestiegen, auf 355 Millionen. Stark unterwegs ist auch Kino mit einem Plus von über 27 Prozent. Die Zeitungen halten ihre Ergebnisse mit über drei Milliarden halbwegs stabil, bei den Magazinen stehen ein Minus von 1,3 Prozent und insgesamt etwas mehr als zwei Milliarden Euro in den Büchern. Während Out of Home um 5,3 Prozent wächst und auch Radio mit 4,3 Prozent deutlich zulegt, muss sich der Primus der Gattungen TV mit einem leichten Plus von einem Prozent (8,7 Milliarden Euro) begnügen.

Vor allem hier zeigt sich, dass Procter nach den vielen kritischen Worten gegenüber den digitalen Medien Taten folgen lässt. Während der Konsumgüterhersteller im TV  rund 76 Millionen Euro mehr ausgegeben hat, hat er im Internet über 30 Millionen aus dem Markt genommen. Dagegen gehören Kaufland (+ 68 Millionen Euro), Norma (+12 Millionen Euro) und Fit Touristik (+ 6 Millionen) zu den Unternehmen, die bei den Zeitungen am stärksten die Ausgaben erhöht haben. Dagegen haben VW und BMW bei der Gattung jeweils sechs beziehungsweise fünf Millionen Euro abgezogen. mir
Meist gelesen
stats