Nielsen Der Werbemarkt probt die Sommerpause

Montag, 15. Juni 2015
Digitale und vor allem mobile Werbung fachen den Werbemarkt an
Digitale und vor allem mobile Werbung fachen den Werbemarkt an
Foto: Rangizzz/Fotolia

Kaum ist das Wetter schön, stagniert der Werbemarkt. In den ersten fünf Monaten des Jahres haben die Unternehmen laut Nielsen brutto 11,2 Milliarden Euro in die Werbung investiert. Das ist ein Mini-Plus von 0,3 Prozent.
Trotz des guten Konsumklimas, trotz der guten Arbeitsmarktlage, trotz der niedrigen Zinsen - die Unternehmen haben im Mai etwas Druck aus dem Markt genommen. Die Folge: Die Spendings legen zwischen Januar und Mai lediglich 0,3 Prozent zu. Zuletzt hatte das Plus (Januar bis April 2015) bei 1,3 Prozent gelegen. Eine satte Steigerung von 64,1 Prozent erzielt dabei erneut Mobile. Zwar ist das Niveau mit insgesamt 93 Millionen Euro nach wie vor niedrig, gleichwohl ist nicht zu übersehen, dass der Kanal in den Strategien der Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnt. Allein im Mai investierten die Werbungtreibenden knapp 21 Millionen Euro. Ein zweistelliges Plus schafft auch Kino mit 28,2 Prozent. Ebenfalls positiv haben sich Out of Home mit einem Zuwachs von 6,6 Prozent und TV mit einem Wachstum von 1,3 Prozent entwickelt. Während die Fachzeitschriften mit 166,7 Millionen Euro auf Vorjahresniveau liegen, meldet Nielsen für Radio, Publikumstitel, Zeitungen und das Internet rückläufige Werte. Bei Funk haben die Unternehmen den Werbedruck um 3,7 Prozent reduziert, bei den Magazinen um 3,6 Prozent. Das Minus bei den Zeitungen mit 1,2 Prozent unterbricht den zuletzt positiven Trend. Das Internet verzeichnet mit knapp 2 Prozent einen Rückgang, wobei Nielsen hier etwa das Suchmaschinenmarketing nicht erfasst. Der ZAW hatte zuletzt in seiner Jahresbilanz 2014 ein Plus von 9 Prozent ermittelt.

Obwohl Procter & Gamble wie gehabt stärkster Werbungtreibender ist, hat der Schwalbacher Konsumgüterriese seinen Werbedruck um fast 5 Prozent auf 188,3 Millionen Euro reduziert. Von den zehn werbestärksten Unternehmen haben mit Unilever (minus 16,1 Prozent), Axel Springer (minus 14,7 Prozent) und Beiersdorf (minus 18,4 Prozent) drei weitere Dickschiffe Dampf aus dem Kessel genommen. Ganz anders agiert Lidl. Der Discounter aus Neckarsulm hat die Spendings um rund 63 Prozent auf knapp 148 Millionen Euro hochgefahren. Das ist im Ranking Platz 3 hinter L'Oréal mit 169 Millionen Euro.

Betrachtet man sich die aktuelle Entwicklung mit der Branchenbrille, fällt eines sofort auf: Die Pkw-Industrie bleibt zwar nach wie vor der stärkste Treiber im Markt. Allerdings haben die Hersteller erstmals wieder seit Monaten etwas PS aus dem Markt genommen. 702 Millionen Euro stehen für ein Minus von 2,4 Prozent. Und auch der Lebensmitteleinzelhandel agiert insgesamt defensiver. Die Unternehmen haben zwar immer noch 400 Millionen in die Werbung investiert. Aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das dennoch 12,4 Prozent weniger. mir
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