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Die AfD spielt in ihrem TV-Spot mit den Nationalfarben Deutschlands
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"Nicht rechts, sondern rechtens" So wirbt die AfD im TV

Die AfD spielt in ihrem TV-Spot mit den Nationalfarben Deutschlands
Der Bundestagswahlkampf ist endgültig in den TV-Werbeblöcken angekommen. Nachdem CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke und Die Partei bereits mit ihren Wahlwerbespots vorgeprescht sind, mischt sich jetzt auch die AfD mit einem Commercial ins Geschehen ein. Im Mittelpunkt des von der Schweizer Agentur Kunkelbakker Creative Consultants entwickelten TV-Spots stehen Alice Weidel und Alexander Gauland. Die beiden Spitzenkandidaten sollen offenbar ganz unterschiedliche Zielgruppen vom Programm der AfD überzeugen.
von Marco Saal, Freitag, 01. September 2017
Die Rollen in dem Wahlwerbespot der AfD sind klar verteilt: Gauland nimmt kein Blatt vor den Mund und gibt den Radikalen: "Wenn wir uns jetzt nicht trauen zu sagen, das ist unser Land, wir bestimmen hier, dann wird Deutschland von der Landkarte verschwinden", schimpft der ehemalige CDU-Politiker in bester Populisten-Manier über die Zuwanderungspolitik der Merkel-Regierung. Deutlich gemäßigter äußert sich Weidel zu dem Thema: "Ich sage lieber: Das rechnet sich nicht. Kein Land der Welt kann jährlich hunderttausende Zuwanderer alimentieren", positioniert sich die frühere Unternehmensberaterin als kühle, analytische Strategin.  Was sich die AfD davon erhofft, den offensichtlichen Dissens ihrer Spitzenkandidaten zum Thema zu machen, ist naheliegend: Während Gauland die am äußeren rechten Rand verorteten Wählerschichten anspricht, soll Weidel die AfD auch für gemäßigte Kreise aus dem rechtsliberalen Spektrum wählbar machen. Zudem könnten die Sequenzen mit Weidel und Gauland auch genutzt werden, um unterschiedliche Zielgruppen - etwa auf Facebook - mit genau den Botschaften anzusprechen, die sie hören wollen - beziehungsweise die am besten zu ihrem Profil passen. Das Kampagnenziel formuliert Weidel in dem von AfD TV unter der Regie von Kunkelbakker-Chef Thor Kunkel produzierten Clip gleich selbst: Die Partei will als "nicht rechts, sondern rechtens" wahrgenommen werden - und bei der Bundestagswahl "größer als 15 Prozent" werden. 

Der AfD-Spot wurde erstmals am Freitag um 17:55 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Darüber hinaus wird die AfD ihre Bewegtbild-Präsenz im Social Web erhöhen. Nach HORIZONT-Online-Informationen werden in der kommenden Woche drei Guerilla-Spots veröffentlicht, die auch auf regionalen TV-Sendern ausgestrahlt werden sollen. Unterstützt werden Kunkel und die AfD dabei auch von Harris Media. Die US-Agentur von Digitalguru Vincent Harris, die unter anderem bereits für den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump sowie für die britische rechtspopulistische Ukip-Partei gewirkt hat und nicht gerade für "Political Correctness" bekannt ist, hat die Guerilla-Spots gemeinsam mit Kunkelbakker produziert. Der Schwerpunkt der US-Agentur liegt aber weniger im Bereich Kreation. Vielmehr kümmert sich Harris Media vor allem um das Echtzeit-Monitoring der Social-Media-Kampagne sowie um die technische Aussteuerung der Werbemittel. Hierfür wurde der Etat nun noch einmal erhöht. Von den insgesamt 3 Millionen Euro fließen nun 750.000 Euro in den digitalen Wahlkampf. mas
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