Neue Markenausrichtung Allianz verlässt die Formel 1 und steigt als Investor bei der Formel E ein

Donnerstag, 07. Dezember 2017
Futuristischer Anblick: Das Allianz E-Village beim Formel-E-Rennwochenende in Hongkong
Futuristischer Anblick: Das Allianz E-Village beim Formel-E-Rennwochenende in Hongkong
© Allianz
Themenseiten zu diesem Artikel:

Allianz Formel 1 Christian Deuringer Jean-Marc Pailhol


Goodbye Benzin, hallo Strom: Der langjährige Formel-1-Sponsor Allianz verlässt die Königsklasse und setzt ab sofort vollends auf die Karte Formel E. In der ersten rein elektrischen Rennserie ist der Versicherungsriese bereits seit Anfang des Jahres als Sponsor engagiert, nun steigt die Allianz sogar mit einem Investment als strategischer Partner in das Motorsport-Start-up ein. Für den Konzern markiert das Engagement zudem den Startpunkt einer neuen Markenausrichtung.
Aus der Formel 1 - seit 2000 ist die Allianz Sponsor des Offiziellen Formel 1 Safety Car und des Medical Car sowie seit 2011 Partner des Rennstalls Mercedes AMG Petronas - wird die Versicherung zum Jahresende vorerst aussteigen. "Die Formel 1 hat den digitalen Anschluss zunächst verpasst, die jungen Zielgruppen erreichen wir über Bandenwerbung und Hospitality nicht mehr", sagt Christian Deuringer, Director Global Brand Management. Nachhaltigkeit und Urbanisierung seien zudem immer wichtigere Themen, an denen für progressive Unternehmen kein Weg mehr vorbeiführe. "Deshalb haben wir uns dazu entschieden, uns neu zu orientieren und einen fundamentalen Richtungswechsel einzuleiten."

Das ist die Formel E

Bei der weltweit ersten rein elektrischen Rennserie stehen Themen wie Umwelt, Nachhaltigkeit und Urbanisierung im Fokus. Aktuell befindet sich die Formel E in ihrer vierten Saison, antizyklisch zu anderen Serien finden die Rennen von Dezember bis Juli statt. Gefahren wird auf Stadtkursen direkt in den Metropolen, hierzulande in Berlin. Training, Qualifying und das eigentliche Rennen finden an einem einzigen Tag statt. An den Start gehen derzeit zehn Teams mit je zwei Fahrern, darunter einige ehemalige Formel-1-Piloten. Zur fünften Saison wird die Serie auf zwölf Teams aufgestockt, außerdem soll dann der batteriebedingte Fahrzeugwechsel zur Rennmitte wegfallen.
Und der heißt Strom statt Benzin. Nachdem bereits mehrere Autobauer verkündet hatten, mit eigenen Teams in die Formel E einzusteigen - Audi feierte mit seinem Formel-E-Werksteam vergangenes Wochenende in Hongkong Premiere, BMW (2018/19), Mercedes-Benz und Porsche (beide 2019/20) stehen in den Startlöchern - trifft nun auch ein Großsponsor diese Entscheidung. Nicht primär wegen der  Rennsportfaszination, sagt Deuringer: "In erster Linie geht es um die Möglichkeit, zentral in den Städten direkt mit einer interessanten und jungen Zielgruppe in Kontakt zu treten und Front Runner in einem aufstrebenden Markt zu sein."
Christian Deuringer, Director Global Brand Management, betreute zwölf Jahre lang das Thema Formel 1
Christian Deuringer, Director Global Brand Management, betreute zwölf Jahre lang das Thema Formel 1 (© Allianz)
Und das gleich mit einem finanziellen Commitment. Wie viel Geld die Allianz investiert, will Deuringer genauso wenig verraten wie ihren künftigen Anteil an der Formel E. Wohl aber, dass er auf lange Sicht an den Return on Investment glaubt. "Wenn wir das Potenzial für eine langfristige Partnerschaft sehen, dann beteiligen wir uns auch als strategischer Partner - wie auch beim FC Bayern München und der Drone Racing League", so der Marketer. Das Rennwochenende in Hongkong nutzte die Allianz als Startschuss für ihre neue Markenausrichtung, das "Global Explorer Program". Dabei handelt es sich um eine Reihe von Partnerschaften, digitale und analoge Aktivitäten sowie eine Plattform für Crowd-generated Content. "Als einer der weltweit größter Versicherer ist es unsere Aufgabe, risikobereite Menschen mit unseren Serviceleistungen zu bedienen und zu schützen", sagt Jean-Marc Pailhol, Head of Group Market Management and Distribution. Dazu müsse die Allianz ein Verständnis für diese Risiken entwickeln und sie genauestens untersuchen. Deuringer hofft auf User-generated Content, den Auftakt der rein digital gespielten Storytelling-Kampagne macht bis zum Jahresende das Thema "Pendeln". Gebündelt werden alle Inhalte auf der Plattform "Explore". fam
Meist gelesen
stats