Neue Adidas-Strategie So will der Sportartikler bis 2020 schneller werden

Donnerstag, 26. März 2015
Adidas-CEO Herbert Hainer stellt den Strategieplan "Creating the New" vor
Adidas-CEO Herbert Hainer stellt den Strategieplan "Creating the New" vor
Foto: Adidas
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Adidas hat heute seine Strategie für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. "Creating the New" heißt die neue Marschroute, mit der der Konzern nach mehreren Rückschlägen wieder an frühere Erfolge anknüpfen will. Oberstes Ziel: Adidas will sein Wachstum bis 2020 beschleunigen - und zwar mit schnelleren Produkteinführungen, mehr Investitionen in Trend-Metropolen und eine stärkere Einbindung der Konsumenten. Noch den ganzen Tag nimmt sich Adidas Zeit, um Analysten, Investoren und Journalisten über die neue Strategie zu informieren.
Bis 2020 soll der währungsbereinigte Konzernumsatz jedes Jahr im Schnitt im hohen einstelligen Bereich wachsen, wie Adidas-CEO Herbert Hainer ankündigte. Der Konzerngewinn soll um etwa 15 Prozent jährlich zulegen. Für 2015 war bislang ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich und ein Plus beim Gewinn von sieben bis zehn Prozent angekündigt. Die Ziele des letzten strategischen Geschäftsplans  "Route 2015" hat Adidas nicht erreicht. "Wir waren nicht so erfolgreich, wie geplant", gibt CEO Hainer auf der Pressekonferenz zu. "Aber wir haben daraus gelernt, und aufgeben ist keine Option."
„Die Möglichkeit, schnell zu agieren, wird für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.“
Adidas-CEO Herbert Hainer
Die neue Strategie sieht vor, die Produktionsvorlaufzeiten deutlich zu verkürzen, um mehr Produkte innerhalb einer Saison entwickeln zu können. "Nur was neu ist, ist für den Konsumenten relevant", so der Vorstandschef, der mit diesem Plan die Zukunft des Konzerns auch nach seinem Abgang als CEO 2017 prägen will. "Die Möglichkeit, schnell zu agieren, wird für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil." Den Anteil des Umsatzes durch eigene Verkaufsflächen will die Adidas-Gruppe auf über 60 Prozent des Gesamtumsatzes erhöhen, das E-Commerce-Geschäft soll bis 2020 auf mehr als 2 Milliarden Euro steigen (zuletzt: 422 Millionen Euro).
Adidas-Markenchef Eric Liedtke
Adidas-Markenchef Eric Liedtke (Bild: Adidas)
Das Produktportfolio soll um 25 Prozent schmelzen, die Investitionen werden sich künftig auf die Marken Adidas, Reebok und TaylorMade konzentrieren. Diese sollen schneller wachsen als die gesamte Sportartikelbranche und ihre Marktanteile erhöhen. Hierfür fokussiert sich der Konzern auf die sechs Großstädte Los Angeles, New York, London, Paris, Shanghai sowie Tokio. In diese Metropolen werde Adidas überproportional in Talente, Sichtbarkeit und Marketing investieren. Genaue Zahlen werden nicht genannt. "Globale Marken wachsen in globalen Städten", erklärt Markenvorstand Eric Liedtke.

Adidas will näher an die Konsumenten ran

Zudem will das Unternehmen mit seinen Marken näher an den Kunden rücken. Diese Ambition hatte Adidas-Manager Jocelyn Robiot im Interview mit HORIZONT Online vor kurzem bereits verkündet. Der Konzern setzt dafür auf den Open-Source-Ansatz. Konsumenten, Sportler und Partner sollen stärker in die Entwicklung und Präsentation der Produkte einbezogen werden, um so die Begehrlichkeit der Marken zu stärken. "Wir müssen uns auf den US-Markt konzentrieren", betont Markenchef Liedtke. Um dort Boden gegenüber Erzrivalen Nike gut zu machen, setzt Adidas auf die Zugkraft amerikanischer Markenbotschafter wie Rapper Kanye West, Basketball-Profi Damian Lillard und Sänger Pharrell Williams. Bis 2017 will Adidas gigantische 250 Millionen neue Follower in den sozialen Netzwerken dazugewinnen. 30 Prozent der geteilten Inhalte sollen bis dahin von Konsumenten generiert werden. Um das zu erreichen, will der Konzern insgesamt acht sogenannte Newsrooms in Großstädten weltweit eröffnen. Einen gibt es bereits: Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 hatte Adidas einen solchen in Rio de Janeiro eingerichtet. Von dort aus erstellte und veröffentlichte die Marke Inhalte in Echtzeit auf ihren sozialen Kanäle, gab unter anderem exklusive Einblicke zu Adidas-Spielern und -Verbänden.

Die neue strategische Ausrichtung wird auch in der im Sommer startenden Kampagne kürzlich bekanntgegebenen neuen Kreativagentur 72andSunny deutlich werden. Spätestens dann werde bei Adidas eine "neue Ära" (Jocelyn Robiot) beginnen. jm
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