Nestlé-Studie Wie die digitale Transformation die Lebensmittelbranche verändert

Donnerstag, 14. Januar 2016
Deutschlandchefin Béatrice Guillaume-Grabisch betont Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung
Deutschlandchefin Béatrice Guillaume-Grabisch betont Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung
Foto: Nestlé

Liken, Teilen, Kommentieren machen auch vor der Lebensmittelbranche nicht Halt: Und unter dem Einfluss der digitalen Transformation hat sich das Ess- und Einkaufsverhalten der Deutschen radikal geändert - zu diesem Ergebnis kommt die neue Nestlé-Studie "So is(s)t Deutschland", die zum dritten Mal nach 2009 und 2011 erschienen ist. Online gibt es für die Foodbranche demnach noch viel Luft nach oben.
Dass die Branche in Sachen E-Commerce Nachholbedarf hat, belegt die Studie: Nur 1 Prozent des Umsatzes wird im Netz generiert. Zum Vergleich: Reisen (42 Prozent), Musik und Filme (39 Prozent) oder Spielzeuge (36 Prozent) erlösen Online bereits einen guten Teil der Gesamtumsätze. Lebensmittel oder Tiernahrung bestellt hingegen nur jeder Fünfte regelmäßig im Internet. "Bislang ist die Lebensmittelbranche eher Schlusslicht bei der Digitalisierung", sagt Nestlé-Deutschlandchefin Béatrice Guillaume-Grabisch. Das könne sich aber rasch ändern: "Wir rechnen damit, dass der Online-Einkauf von Lebensmitteln schon bald ganz selbstverständlich zu den alltäglichen Einkaufskanälen gehören wird."

Wie häufig die Deutschen Lebensmittel oder Tiernahrung im Internet bestellen

Quelle: Nestlé-Studie 2016
Der Online-Handel werde den Wettbewerb "signifikant verändern", glaubt Guillaume-Grabisch - die Kommunikation hat diesen Wandel bereits hinter sich. Der Studie zufolge hat fast jeder Zweite (46 Prozent) schon einmal Essensfotos in den sozialen Medien gepostet, 14 Prozent veröffentlichen regelmäßig Kochtipps oder Rezepte. Noch höher ist die Zahl der Menschen, die solche Posts kommentieren und Kochseiten im Netz besuchen. Diese User kommen aus allen Altersgruppen, wobei die Generation von 14 bis 29 Jahren wenig überraschend am aktivsten ist.
Béatrice Guillaume-Grabisch
Bild: Fabian Müller

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Dementsprechend wichtig ist die Digitalisierung auch für Nestlé: "Das Internet ist für die Menschen ein Ort, an dem sie Inspiration und Information suchen", sagt Guillaume-Grabisch. Sie sieht darin sowohl Chance als auch Herausforderung für etablierte Marken - auf die auch die Kommunikation reagieren muss. Nestlé will im Jahr seines 150. Bestehens etwa noch mehr Content zur Verfügung stellen und "die digitalen Services weiter optimieren", so die Deutschlandchefin. Nicht umsonst steht die digitale Transformation - von Big Data bis Industrie 4.0 - im Jahr des 150. Firmenjubiläums von Nestlé ganz weit oben auf ihrer Agenda. fam
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