Ne Coke aus dem Sprudler Wie Sodastream auf den Angriff des Brauseriesen reagiert

Montag, 10. Februar 2014
Sodastream zieht Coca-Cola durch den Kakao
Sodastream zieht Coca-Cola durch den Kakao

Seit Jahren tanzt Sodastream Coca-Cola auf der Nase herum. Jetzt hat der Getränkemulti offenbar die Faxen dicke. Mit dem Einstieg bei Green Mountain Coffee attackiert Coke das israelische Wassersprudlerunternehmen in seinem Kerngeschäft. Sodastream reagiert auf die Kampfansage aus Atlanta gelassen - und sendet seinem Intimfeind sogar einen ironisch gemeinten Blumengruß. Für den Einstieg bei Green Mountain Coffee Roasters nimmt Coca-Cola satte 1,25 Milliarden Dollar in die Hand. Die 10-prozentige Beteiligung, die sich der Konzern damit an dem Kaffeekapsel- und Maschinenhersteller sichert, könnte sich aus Sicht der Coke-Strategen schon bald auszahlen, geht es doch um ein echtes Zukunftsprojekt. Wie Coca-Cola mitteilt, sollen sich Verbraucher künftig mit dem von Green Mountain Coffee geplanten Getränkesystem "Keurig Cold" die Softdrinks von Coca-Cola zuhause selbst anmischen können.

Brian P. Kelley, President und CEO bei Green Mountain Coffee Roasters, erhofft sich von der Partnerschaft wichtige Impulse. Mit der Markenpower von Coca-Cola habe das Unternehmen die Chance, sein Getränkesystem "Keurig Cold" weltweit zu etablieren, hofft Kelley. Coca-Cola hingegen will sich mit der Partnerschaft für die Zukunft wappnen. Das Unternehmen wolle sich kontinuierlich weiterentwickeln, um die Bedürfnisse seiner Kunden zu befriedigen, sagt CEO Muhtar Kent. Die Vereinbarung mit Green Mountain Coffee zeige, wie kreativ Coca-Cola mit der Herausforderung umgehe, "Konsumtrends zu identifizieren und voranzutreiben", so Kent weiter.

Bietet Coke "kostenlose Nachhilfe" an: Sodastream-Manager Henner Rinsche
Bietet Coke "kostenlose Nachhilfe" an: Sodastream-Manager Henner Rinsche
Wahrscheinlich hat genau dieser Satz des Coke-CEO Sodastream dazu veranlasst, den Brauseriesen mit einer hämischen Glückwunsch-Botschaft bloßzustellen. "Wir können Coca-Cola nur zu dieser späten Entscheidung gratulieren, 100 Jahre nach Sodastream auch in den Markt einzusteigen", zieht Henner Rinsche, Geschäftsführer und Regional General Manager der deutschsprachigen DACH-Region, den US-Konzern ins Lächerliche. Denselben Zweck erfüllt ein Werbemotiv mit einem "Glückwunsch-Blumenstrauß", auf dem Sodastream Coca-Cola in dem neuen Marktsegment willkommen heißt. "Schön, dass ihr jetzt auch Wassersprudler macht. Möge der Bessere gewinnen", lautet die Botschaft auf dem Motiv, das auf sozialen Netzwerken verbreitet wird. Sodastream-Manager Rinsche bietet Coke sogar Schützenhilfe an. "Damit Coca-Cola einen erfolgreichen Markteinstieg hat, lade ich das Cola-Management gerne zu uns ein, um kostenlose Nachhilfe in der Vermarktung umweltfreundlicher Getränkesysteme zu geben", treibt es Rinsche auf die Spitze.

Sodastream hat Getränkeriesen wie Coca-Cola und Pepsi in den vergangenen Jahren immer wieder mit Werbekampagnen auf die Palme gebracht. In den Spots wurden die Konkurrenzprodukte als umweltschädlich dargestellt. Dagegen gingen die Konzerne vor - nicht ohne Erfolg. Jüngstes Beispiel war der Super Bowl. Der Sender Fox hatte den TV-Spot von Sodastream abgelehnt, weil Testimonial Scarlett Johansson die Konkurrenten Coca-Cola und Pepsi namentlich nannte. mas
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