Nationen-Image Deutschland löst die USA als neue Nummer eins ab

Donnerstag, 16. November 2017
Deutschland ist die neue Nummer eins im Nation Brands Index von GfK und Anholt
Deutschland ist die neue Nummer eins im Nation Brands Index von GfK und Anholt
© Fotolia / Denys Rudyi
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Im vergangenen Jahr reichte es noch nicht ganz für die Spitzenposition, jetzt ist es soweit: Deutschland stößt die USA vom Thron und sichert sich den ersten Platz im Nation Brands Index von Anholt-GfK. Die USA müssen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten einen herben Imageverlust hinnehmen und rutschen aus den Top 5. Frankreich dagegen klettert von Position fünf auf zwei, Großbritannien bleibt Dritter. Komplettiert werden die ersten Fünf von Kanada und Japan auf einem geteilten vierten Rang, die USA ist Sechster.
Seit 2005 erhebt Anholt-GfK einmal im Jahr die Studie Nation Brands Index (NBI) und misst dabei, wie das Image von insgesamt 50 Ländern weltweit wahrgenommen wird. Anno 2017 schneidet Deutschland in jeder der sechs untersuchten Kategorien Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus und Immigration/Investition sehr positiv ab und landet in fünf davon unter den Top 5. Vor allem in den drei Kategorien Kultur (+1,07), Regierung (+1,28) und Menschen (+1,34) konnte Deutschland in der weltweiten Wahrnehmung Pluspunkte erzielen. Lediglich im Bereich Tourismus kommt Deutschland "nur" auf Platz 10. Besonders in den asiatischen Ländern und dort vor allem in China konnte das Nationen-Image verbessert werden. Weniger positiv wurde Deutschland von seinen zwei europäischen Nachbarn Frankreich (-0,56) und Polen (-1,38) sowie dem eigenen Volk (-0,36) und Brasilien (-1,61) bewertet.

Die 10 Nationen mit besten Image weltweit 2017

PlatzNation2016 RankingPunkteunterschied 2016 vs. 2017
1Deutschland20,99
2Frankreich51,56
3Großbritannien31,27
4Kanada40,96
4Japan72,12
6USA1-0,63
7Italien60,74
8Schweiz81,34
9Australien90,76
10Schweden101,3
Quelle: Anholt-GfK Nation Brands Index

Die Vereinigten Staaten dagegen sind der große Verlierer im Ranking. Von allen untersuchten Nationen ist die USA die einzige, deren NBI-Gesamtpunktzahl unter der aus dem Vorjahr liegt (-0,63). In drei der sechs Kategorien rangiert die USA dennoch unter den Top 5: in Kultur auf Platz zwei, in Export auf Platz zwei sowie in Immigration/Investition auf Platz fünf. Doch besonders im Bereich Regierung müssen die USA kräftige Verluste hinnehmen - und fallen in dieser Kategorie von Platz 19 auf 23.

„Der Imageverlust der USA in der Kategorie Regierung lässt auf einen Trump-Effekt schließen, ausgelöst durch Präsident Trumps Politik und die politische Botschaft 'America First'.“
Simon Anholt
"Der Imageverlust der USA in der Kategorie Regierung lässt auf einen Trump-Effekt schließen, ausgelöst durch Präsident Trumps Politik und die politische Botschaft 'America First'", sagt Simon Anholt. "Die Amerikaner selbst sehen ihr eigenes Land jedoch dieses Jahr deutlich positiver als 2016. Einen ähnlichen Verlust im weltweiten Ansehen konnte man auch bei der Wiederwahl von George W. Bush beobachten, damals rutschten die USA auf Platz 7 ab. Bislang war Amerika aber nie länger als ein Jahr außerhalb des Top 5 Rankings. Im Ranking 2018 wird sich zeigen, ob das so bleibt."

Großbritannien konnte sein Image ein Jahr nach dem Brexit-Votum dagegen wieder verbessern. In allen sechs Kategorien legte das Vereinte Königreich zu, in den Bereichen Exporte, Kultur, Tourismus und Immigration/Investition landete man jeweils unter den ersten Fünf. Die größten Gewinne verzeichnet Großbritannien im Bereich Regierung (+1,94) und Menschen (+1,51).

Frankreich klettert erstmals im Gesamtrankingauf Platz zwei und gewinnt in allen Kategorien dazu, vor allem aber in den Bereichen Regierung und Immigration/Investition. Zudem nimmt Frankreich den ersten Platz in der Kategorie Kultur ein, den zweiten im Bereich Tourismus und Platz fünf bei den Exporten.

Zur Studie

Der Anholt-GfK Nation Brands IndexSM, der jährlich erhoben wird, misst das Image von 50 Ländern unter Berücksichtigung der Kategorien Exporte, Regierung, Kultur, Bevölkerung, Tourismus und Immigration/Investition. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 20.185 Online-Interviews mit Personen ab 18 Jahren in 20 Ländern durchgeführt. Aktuelle Parameter der online aktiven Bevölkerung wurden genutzt, um die Stichproben in jedem Land zu gewichten, und auf diese Weise demografische Charakteristika wie Alter, Geschlecht und Bildung der online aktiven Bevölkerung widerzuspiegeln. Zusätzlich wurde in den USA, Großbritannien, Südafrika, Indien und Brasilien die Rasse/Ethnie zur Gewichtung genutzt. Die Feldarbeit wurde vom 7. bis zum 25. Juli 2017 in folgenden Ländern durchgeführt:

Nordamerika: USA, Kanada

Westeuropa: Australien, Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Holland, Italien, Irland, Nordirland, Norwegen*, Schottland, Schweden, Schweiz, Spanien

Zentral/Osteuropa: Polen, Russland, Tschechische Republik, Ungarn, Türkei, Ukraine

Asien und Pazifik: Australien, China1, Indien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Südkorea, Singapur, Taiwan, Thailand

Lateinamerika: Argentinien, Brasilien, Mexiko, Chile, Kolumbien, Ecuador, Peru

"Mithilfe des Nation Brands Index können unsere Kunden verstehen, an welcher Stelle ihre Nation im weltweiten Ranking steht, wenn es um das aktuelle Image, Impulse und Potenziale geht. Zwar kann das Image einer Nation nicht von heute auf morgen verändert werden, die einzelnen Länder können jedoch einseitige oder veraltete Ansichten beeinflussen und aktiv Veränderungen anstoßen."

Detaillierte Informationen zum Anholt-GfK Nation Brands Index gibt es auf Nation-Brands.gfk.comtt
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