Nach Viralerfolg der "Rekruten" Bundeswehr kürzt Social-Media-Etat um ein Drittel

Freitag, 23. Dezember 2016
"Die Rekruten" ist bei Youtube zu sehen
"Die Rekruten" ist bei Youtube zu sehen
Foto: Screenshot Youtube
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Die Bundeswehr und Youtube - passt das zusammen? Offenbar schon! Gut sechs Wochen nach dem Start der Webserie "Die Rekruten" gibt es nun die erste Zwischenbilanz. Und die fällt so positiv aus, dass die Truppe jetzt sogar auf die (Kosten-)Bremse tritt. 
Die Zahlen, die die Bundeswehr zur Webserie "Die Rekruten" nennt, können sich in der Tat sehen lassen. Bislang haben knapp 270.000 Menschen den Youtube-Kanal von "Die Rekruten" abonniert. In den ersten Wochen habe der Kanal rund eine Million Views täglich verzeichnet, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Insgesamt seien die Videos bereits rund 30 Millionen Mal aufgerufen worden. Dies entspreche einer Gesamtwiedergabezeit von über 165 Jahren, teilt die Bundeswehr mit.
Als Erfolg dürfte die Bundeswehr auch verbuchen, dass die Nutzer ziemlich exakt der interessantesten Zielgruppe entsprechen. So sind mehr als die Hälfte der Zuschauerinnen und Zuschauer zwischen 17 und 25 Jahre alt. Und offenbar an der Bundeswehr als Arbeitgeber interessiert. "Die Zugriffszahlen auf das Bewerbungsportal Bundeswehrkarriere.de sind seit dem Start der Serie um 40 Prozent angestiegen. Bei der Karrierehotline gehen mehr als 25 Prozent mehr Anrufe ein", berichtet Dirk Feldhaus, Beauftragter für die Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr im Bundesministerium der Verteidigung. 
Die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden, zeigen, dass bei der Bundeswehr derzeit jeder Euro zweimal herumgedreht wird. "Aufgrund des viralen Erfolgs" der via Youtube ausgestrahlten Reality-Doku, deren Produktion knapp 1,7 Millionen Euro gekostet hat, werde nun "rund ein Drittel des vorgesehenen Werbebudgets für Social Media" eingespart, heißt es in der Mitteilung. Dies entspreche rund einer Million Euro, die ursprünglich eingeplant waren, um die Serie im Social Web zu promoten - und die nun "in modernes Material für die Truppe investiert oder an den Finanzminister zurückgegeben werden können", heißt es in der Mitteilung weiter. Das Gesamtwerbebudget, also inklusive klassischer Werbung, könne damit von 6,2 Millionen Euro auf 5,2 Millionen Euro reduziert werden.

"Die Serie hat sich in der Zielgruppe der 17-bis 25-Jährigen fest etabliert. Wir trauen uns daher zu, trotz Sparsamkeit bei den Werbekosten unsere Ziele zu erreichen", begründet Feldhaus die Entscheidung. mas
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