Nach Trennungsgerüchten Nespresso dreht neuen Clooney-Spot

Mittwoch, 11. September 2013
Auch in Zukunft für Nespresso im Einsatz: George Clooney
Auch in Zukunft für Nespresso im Einsatz: George Clooney

Nespresso hat die im Frühjahr aufgekommenen Trennungsgerüchte von Hollywoodschauspieler George Clooney endgültig zum Schweigen gebracht. Am Wochenende hatte der Schweizer Hersteller von Kaffeekapseln seine Club-Mitglieder zum Live-Stream geladen - zu sehen gab's Bilder vom neuen Kampagnen-Dreh mit Clooney.
Wann genau die Kampagne - es ist bereits die achte Auflage mit dem Schauspieler in seiner Rolle als "Mr. Ristretto" - starten soll, will Nespresso auf Anfrage nicht verraten. Aber sowohl in der Schweizer Heimat als auch am Deutschlandstandort in Düsseldorf wird man über die Fortführung der Zusammenarbeit glücklich sein. Der aktuelle Spot läuft bereits seit fast einem Jahr im deutschen TV (siehe links). Fans der Marke und der Arbeiten von McCann Paris warten sehnsüchtig auf eine Neu-Auflage.

Anfang März meldete der britische Branchendienst "Brand Republic" zudem, dass Nespresso den Vertrag mit Clooney nicht mehr verlängern will und dass in diesem Jahr auch keine Werbekampagne mit dem Hollywoodstar geplant sei. Die Nestlé-Tochter hatte die Meldung gegenüber HORIZONT.NET zwar dementiert, so richtig sicher war man sich angesichts der langen Periode ohne Clooney-News jedoch nicht.

Für das Unternehmen wäre es ein gänzlich ungünstiger Zeitpunkt für eine Trennung gewesen, drohen ihm angesichts der neuen Markenkonkurrenz Absatz- und Marktanteilsverluste. Seit kurzem trommelt D.E. Master Blenders verstärkt für seine Nespresso-kompatiblen Kaffeekapseln, die in Deutschland unter dem Senseo-Dach vermarktet werden. Darüber hinaus buhlt Mondelez mit der Marke Jacobs Momente demnächst um Nespresso-Kunden. Die Kapseln werden gerade ausgeliefert.

Nespresso-Deutschlandchef Holger Feldmann sieht die Marke gut gegen Angreifer gewappnet
Nespresso-Deutschlandchef Holger Feldmann sieht die Marke gut gegen Angreifer gewappnet
Nespresso-Deutschlandchef Holger Feldmann blickt der bestehenden und neuen Konkurrenz gelassen entgegen: "Wettbewerb ist für Nespresso nicht neu. Weltweit hat Nespresso im Segment für portionierten Kaffee über 100 Mitbewerber, von denen etwa 50 behaupten, ihre Kapseln seien für Nespresso Maschinen geeignet. In Deutschland sind über 20 Hersteller in diesem Segment aktiv und Nespresso ist nach wie vor die Referenz im Segment für portionierten Kaffee."

Etwa 3,6 Milliarden Euro hat Nespresso mit seinen Kapseln im vergangenen Jahr weltweit umgesetzt. In Sachen Markenführung gilt Nespresso nicht nur Nestlé-intern als absolute Benchmark. Feldmann zweifelt nicht daran, dass sich die Erfolgsstory fortsetzt. "Unsere Serviceangebote, die Qualität unserer Kaffees und die Einzigartigkeit des Nespresso Markenerlebnisses verschaffen Nespresso einen Wettbewerbsvorteil und eine starke Plattform für kontinuierliches, nachhaltiges Wachstum", sagt der Deutschlandchef gegenüber HORIZONT. Dafür sorgen sollen unter anderem die Eröffnung von zwei weiteren Boutiquen und die Erweiterung des Kapselsortiments um Sorten, die es bislang nur als Limited Editions gab.

Werblich will er sich nicht am Wettbewerb orientieren, sondern am eigenen Kurs festhalten. Mitte September startet eine reichweitenstarke Printkampagne. In Publikumszeitschriften zeigt Nespresso dort die vielfältigen Kaffeezubereitungsmöglichkeiten mit den mittlerweile 21 Sorten. Zudem ist vergangenes Wochenende ein TV-Spot für die neue Nespresso-Maschine Umilk angelaufen. Fehlt also nur noch Clooney... mh

Wie gut ist die Marke Nespresso tatsächlich gegen die Angreifer gefeit? Eine Analyse lesen Sie in HORIZONT 37/2013, die am morgigen Donnerstag erscheint.
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