Nach Tod von Thomas Wagner Unister stellt Insolvenzantrag

Montag, 18. Juli 2016
Thomas Wagner ist ums Leben gekommen
Thomas Wagner ist ums Leben gekommen
Foto: Unister

Ausnahmezustand bei Unister. Am vergangenem Freitag kamen mit Thomas Wagner und Oliver Schilling gleich zwei Top-Manager bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben. Heute meldete das Leipziger Internet-Unternehmen Insolvenz an.
Die Unister-Holding, die Marken wie Ab-in-den-Urlaub.de, Flüge.de, Reisen.de, Preisvergleich.de und Shopping.de betreibt und derzeit rund 1.100 Mitarbeiter beschäftigt, will das vorläufige Insolvenzverfahren nach eigenen Angaben nutzen, um ihre Handlungsfähigkeit zu sichern. Die Insolvenzanmeldung betreffe ausschließlich die Unister Holding. Die operativen Gesellschaften der Firmengruppe seien nicht von der Insolvenz betroffen. „Der tragische Unfalltod des Gesellschafters bedeutet nicht nur persönlich, sondern natürlich auch gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen“, sagt Lucas Flöther, der auf Vorschlag der Gesellschafter vom Amtsgericht Leipzig als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. „Das vorläufige Insolvenzverfahren ermöglicht es der Unister Holding, in dieser schwierigen Phase voll handlungsfähig zu bleiben und langfristig ihre Einheit als Unternehmen zu sichern.“ Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens soll ohne Einschränkungen weiterlaufen, die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld gesichert, heißt es in einer Pressemitteilung.

Thomas Wagner
Bild: Unister

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Der Insolvenzverwalter ist auch bemüht, die Geldgeber, Lieferanten und Kunden des Unternehmens zu beruhigen. „Die vorläufige Insolvenz bietet vor allem kurzfristige finanzielle Sicherheit“, so Flöther. „Auf dieser Grundlage kann sich die Unister Holding dann langfristig wieder stabil aufstellen.“

Unister war am vergangenen Freitag vom Tod seines Gründers und Geschäftsführers Thomas Wagner überrascht worden. Wagner war an Bord des Kleinflugzeugs, das auf dem Weg von Venedig nach Leipzig abgestürzt war. Wie erst später bekannt wurde, war neben Wagner auch  der 39 Jahre alte Gesellschafter und Mitbegründer der Unister-Holding, Oliver Schilling, unter den insgesamt vier Opfern. Die "Bild"-Zeitung hatte gemeldet, dass Wagner einen Geldkoffer mit mehreren Millionen Euro dabei hatte. Laut "Bild" soll sich Wagner in Venedig mit potenziellen Investoren getroffen haben. mas
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