Nach Manipulationsvorwürfen ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter legt alle Ämter nieder

Montag, 20. Januar 2014
Die "Gelben Engel" wurden am Donnerstag vergeben
Die "Gelben Engel" wurden am Donnerstag vergeben

Für den ADAC ist es ein Gau: Michael Ramstetter, ADAC-Kommunikationschef und Chefredakteur der "ADAC-Motorwelt, hat nach den Manipulationsvorwürfen rund um die Preisverleihung "Gelber Engel" Fehler eingeräumt - und daraus die Konsequenzen gezogen. Ramstetter hat sämtliche Funktionen beim Automobilclub niedergelegt. Bei der Verleihung der Gelben Engel am Donnerstag in München hatte der ADAC noch demonstrativ Geschlossenheit gezeigt. Von "Unwahrheiten" war da die Rede, von einer "Schande für den Journalismus". Gemeint war ein Beitrag der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag, in dem das Blatt dem ADAC Manipulation bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen vorgeworfen hatte.

Michael Ramstetter (c) ADAC
Michael Ramstetter (c) ADAC
Trotz der scharfen Widerworte aus den Reihen des Automobilclubs während der Veranstaltung mit 400 Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik blieb der Druck auf die Organisation hoch. Auf Facebook, auf Twitter aber auch in der eigenen Organisation forderten immer mehr Menschen eine Aufklärung der Vorwürfe und eine Offenlegung der tatsächlichen Wahlergebnisse. Der Club reagierte und ordnete eine interne Untersuchung an.

Am Freitag erklärte sich dann Michael Ramstetter dem Präsidium und der Geschäftsführung und gab zu, dass die absolute Zahl der abgegebenen Stimmen - nicht aber die Rangfolge der Ergebnisse - geschönt worden sei. Das hat der ADAC in einer Pressemitteilung heute morgen erklärt. "Weder die Geschäftsführung noch das Präsidium des ADAC sind zu irgendeinem Zeitpunkt über diese Unregelmäßigkeiten bei der Leserwahl unterrichtet gewesen", erklärt der ADAC weiter und versucht jetzt zu retten, was zu retten ist. So weist der ADAC darauf hin, dass von allen neun Preiskategorien des "Gelben Engel" lediglich das "Lieblingsauto" von den Vorgängen betroffen ist. Zudem werde die Untersuchung fortgesetzt. Neben dem Rücktritt Ramstetters hat die Manpiulation bereits noch eine erste Konsequenz. 2015 wird die die Abstimmung zum "Lieblingsauto der Deutschen" notariell überwacht.

Ob das reicht, den entstandenen Schaden zu heilen? Für den ADAC ist die Manipulation der Zahlen peinlich. Doch sie hinterlässt tiefe Kratzer im Image und der Glaubwürdigkeit des Clubs, erste Mitglieder haben in den sozialen Netzwerken ihre Kündigung angedroht. Weitere könnten folgen. Die Aufarbeitung hat erst begonnen. mir
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