Nach Foodwatch-Beschwerde Werberat hat kein Problem mit Coca-Colas EM-Kampagne

Montag, 11. Juli 2016
Coca-cola wirbt mit Hummels, Neuer & Co
Coca-cola wirbt mit Hummels, Neuer & Co
Foto: Coca-Cola
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Werberat Foodwatch Coca-Cola


Die EM-Kampagne von Coca-Cola verleitet Kinder zum Kauf ungesunder Zuckergetränke: Diesen Vorwurf hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch kürzlich erhoben - und den Brauseriesen beim Deutschen Werberat angeschwärzt. Der hat nun sein Urteil gefällt. Demnach liegt kein Verstoß gegen die Verhaltensregeln des Werberates vor. 
Foodwatch, das die Beschwerde gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft eingereicht hatte, sah drei Punkte aus der Werberats-Charta verletzt: Die Kampagne sei eine direkte Aufforderung zum Kauf oder Konsum an Kinder (geregelt in Ziffer 2.1 der Richtlinie), nutze das Vertrauen aus, das Kindern Vertrauenspersonen entgegenbringen (Ziffer 2.3) und erschwere das Erlernen einer ausgewogenen, gesunden Ernährung (Ziffer 2.7). Der Werberat argumentiert nun, dass sich die beanstandeten Werbemaßnahmen nicht explizit an Kinder, sondern in erster Linie an Erwachsene richteten. Die Kampagne sei zudem nicht in einem kinderspezifischen Umfeld geschaltet worden. Auch handele es sich bei Coca-Cola nicht um ein kindertypisches Produkt und Fußball-Nationalspieler seien keine Idole, die vorrangig Kinder ansprechen. Das Sammeln von Bildern der Nationalmannschaft, wie es Coca-Cola mit der Sammeldosen-Aktion anregt, sei vielmehr ein unter Erwachsenen verbreitetes Hobby, so der Werberat unter Verweis auf die Verkausstatistik der Sammelbildchen von Panini.
Coca-cola wirbt mit Hummels, Neuer & Co
Coca-cola wirbt mit Hummels, Neuer & Co (Bild: Coca-Cola)
Zum Thema Vertrauenspersonen stellt der Werberat fest, dass dieser Begriff nicht auf die Fußball-Nationalspieler angewendet werden könne, sondern persönliche Vertraute wie Eltern oder Lehrer meine. Einer gesunden Ernährung stehe die Kampagne deswegen nicht im Weg, weil nicht angeregt werde, das beworbene Produkt im Übermaß zu genießen, im Gegeteil: "Die vergleichsweise übersichtliche Zahl der verfügbaren Sammelbilder (beschränkt auf die Spieler der deutschen Nationalmannschaft) und die lange Laufzeit der Möglichkeit zum Sammeln (während der gesamten EM) lassen keinerlei Anzeichen für eine Anregung zu einem übertriebenen Konsum erkennen", heißt es in der Begründung des Werberates. ire
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